Auseinandersetzung vor d. Roten Flora

Antifa 20.04.2008 11:41 Themen: Antifa Antirassismus Freiräume
Gestern am späten Abend kam es vor der Roten Flora in Hamburg zu einer Schlägerei zwischen etwa 20 Autonomen / Ultras St. Pauli und einer etwa gleich großen Gruppe von Jugendlichen aus dem Party-Mob, der jedes Wochenende durch die Schanze marodiert. Nach wenigen Minuten zogen sich die "Normalos" fluchtartig zurück. Die im weiteren Umfeld anwesenden Zivi-Bullen griffen nicht ein. Die Bullen zeigten jedoch danach verstärkt Präsenz im Viertel. Ob es zu Festnahmen kam, ist bislang nicht bekannt.
Im letzten Jahr ist die Rote Flora vor allem an Wochenenden vermehrt zum Anziehungspunkt auch von Jugendlichen geworden, die nicht aus dem links-autonomen Spektrum kommen. Da die Flora mitten in der Schanze liegt, die derzeit wohl DAS Kneipenviertel in Hamburg ist, bleibt es leider nicht aus, dass die Angebote der Flora auch von Menschen wahrgenommen werden, die mit linker Politik rein gar nichts am Hut haben.Das ist zunächst natürlich erst einmal erfreulich, allerdings hat es mit Teilen dieser Leute immer wieder Probleme gegeben. So versammeln sich zunehmend Grüppchen von möchtegern-Gangstern und Party-Proleten vor der Flora, die durch aggressives Rumgepöbel sowie rassistische und sexistische Sprüche auffallen. Andere NutzerInnen der Flora werden teilweise direkt beleidigt und angeschrien und/oder fühlen sich durch die agressive Atmospäre eingeschüchtert und abgeschreckt. Gestern wurde zumindest einem Teil dieser Leute klar gemacht, dass die Fora keine weitere Großraumdisko ist, in der MANN entsprechend rummackern, rumgrölen und Leute anmachen kann.

Gegen 23.30 war gestern zunächst vor der Flora mal wieder das zu beobachten, was leider in den letzten Monaten zur Normalität geworden ist. Vor und neben dem Haus standen zahlreiche Gruppen von testosteron geladenen männlichen pseudo-Gangstern und Mädchen, die sich entsprechend ihrem Rollenverständnis betont kreischig und aufgedreht gaben. Es sah mal wieder so aus, wie vor einer Großraumdisko. Die BesucherInnen der Soli-Party wurden aufgrund ihres Aussehens, das sich nicht in die herrschenden Geschlechterrollen einpasste, immer wieder angemacht. Es wurde rumgegrölt, sexistische Anmachen flogen durch die Luft, alles andere als ein Freiraum von den Zwängen der Alltagskultur. Besonders tat sich dabei eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen auf dem hinteren Teil des Geländes in Richtung Park hervor. Sie war an diesem Abend erstmal die lauteste und aggressivste Gang, die versuchte sich durch Schlachtgesänge und entsprechendes Rumgeprolle in Szene zu setzen.

Gestern waren allerdings eine Reihe von Personen aus dem Autonomen / Ultras St. Pauli Spektrum anwesend, die keine Lust hatten, das einfach hinzunehmen. Es kam daher zunächst zu verbalen Auseinandersetzungen, die schließlich eskalierten. Es entwickelte sich eine Schlägerei, die zunächst von den sich scheinbar in ihrer Ehre gekränkten Gangster-Kiddies begonnen, aber ebenso schnell verloren wurde. Die zunächst so hart und aggressiv auftretenen Party-Kids mussten eine Reihe von Schlägen einstecken. Die Autonomen / Ultras reagierten ebenso entschlossen wie geschlossen, so dass die Auseinandersetzung nach wenigen Minuten zu Ende war und die eben noch lautstark rumprollende Gang das Weite suchte. Zu ernsthaften Verletzungen kam es offenbar nicht. Es wurde aber den Beteiligten Kids und den Umstehenden deutlich gemacht, dass die Flora nicht ein weiterer hipper Laden im Schanzenviertel ist. Die Flora ist ein linksradikales Kulturzentrum, das einen Freiraum bietet von der sexistischen und rassistischen Alltagskultur. Wer die testosteron-Atmosphäre der mainstream Clubs vorzieht, wende sich an das Edelfettwerk oder den Kaiserkeller.

Es hat sich gezeigt, dass linke Freiräume gegen die Alltagskultur entschlossen verteidigt werden müssen und können.
Rassisten und Sexisten aufs Maul! Flora bleibt selbstbestimmt.
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Ergänzungen

Hier ein Video!

USPler 20.04.2008 - 12:35

Vid

Video-SchauerIn 20.04.2008 - 12:43

Schwachsinn

Beteiligter 20.04.2008 - 16:41
Geht es eigentlich noch? Wer hat bitte diesen Artikel geschrieben? Bei der Schlägerei ging es überhaupt nicht darum Sexisten auf's Maul zu hauen, da der sogenannte Party-Mob im Gegensatz zu vielen anderen Leuten vor der Flora überhaupt nicht durch Sexismus etc. besonders aufgefallen ist. Das ganze war ein friedliches und humorvolles Gesangsduell welches leider eskaliert ist. Von beiden Seiten waren Leute um Deeskalation bemüht und die ganze Sache hatte rein gar nichts mit Politik zu tun sondern war eine unnötige Schlägerei zwischen Angetrunkenen. Übrigens waren insgesamt maximal 15 Leute an der Schlägerei beteiligt und nicht wie vom Autor angegeben 20 alleine bei den vermeintlichen Ultras/Autonomen.

kritik

anti-demokrat 20.04.2008 - 16:42
1. kann ichs nicht nachvollziehen, dass sowas auf die Startseite kommt. Das ist weder eine politische Aktion, noch wird das Geschehen hier kritisch reflektiert.
(2.) ...warum nicht einfach die Bullen rufen? Die sprechen nen Platzverweis aus und die Sache ist gegessen. Wieso sollen bitte Leute ihr körperliches Wohlergehen aufs Spiel setzen für erbärmliche Subjekte, die von dieser Gesellschaft geschaffen worden? Diese Gesellschaft ist verantwortlich für diese und soll sich auch drum kümmern.
3. Diese "autonome" Handlungsweise kann ich nicht nachvollziehen. Sicherlich gibts genügend Momente, wo es durchaus sinnig ist, selbst Hand anzulegen, aber so, wie diese Situation hier geschildert wird ists einfach nur autonome Gewaltgeilheit. Die Bollos waren keine politische Strömung oder Gruppierung, denen man durch (Gewalt)Einschüchterung versucht die Räume zu nehmen, nein, die sind als (halb-)bürgerliche Subjekte so. Die sind die Gesellschaft, die haben nicht vor sie zu verändern.
just my 2 cents

Flora lädt zum offenen Plenum

Überflüssiger 20.04.2008 - 23:13
Mal ehrlich, hätte es diese wie-auch-immer-Schlägerei nicht gegeben, man hätte sie womöglich erfinden müssen. 'Sexismus', 'Rassismus', 'Milieu', Ausdruck bewussten und UNbewussten Widerstands in Subkulturen junger Menschen, (Wer gegen wen? Welches Feindbild?) Und mitten drin die "Flora", die sich nicht nur entsprechend dem pop-kulturellen lifestyle, sondern - angesichts ihres historischen Anspruchs - eben auch tief- und hintergründig der politischen Lage aktualisieren muss!

Die Diskussion hier auf Indymedia sollte guten Stoff für das näxte Plenum bieten. Kommt alle!

@ wie

nothing 21.04.2008 - 15:40
das netzwerk heisst "alerta-network" und ist ein internationales netzwerk antirassitischer (ultra')gruppen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 30 Kommentare an

Soli — Willi wills wissen

@USPler — egal

first strike! — xantifax

Feine Sache — No Video

187 crew — moi

ouh mensch — mensch

Schöne heile Welt — Autonomer

neurotransmitter — biologin

^^ — ...

Gute Sache — hh

Schön — Thomas

Ultras St. Pauli — Uli H. und Otmar H.

finde ich gut — Dein Name

alter lan — lan

lol — Dynamo

blödsinn — Hamburger

Ein Glück... — icke

mal sehen — egal

,,,,,.......------- — hamburger

kotz — Gärtner und Floristen

wie — interessent

Ultrá St. Pauli — Maximilian

Mein Revier, dein Revier — Democratio

My 2 Cent — Andre