ÖD: Schlichtung abgelehnt!
Die Schlichter für den Tarifkampf im Öffentlichen Dienst bieten nicht einmal einen Inflationsausgleich, gab Ver.di-Boss Bsirske bekannt.
Die Arbeitgeber von Bund und Kommunen würden den Schlichtervorschlag akzeptieren. Die ÖD-Gewerkschaften von ver.di bereiten für Mitte April Streiks vor.
Die Arbeitgeber von Bund und Kommunen würden den Schlichtervorschlag akzeptieren. Die ÖD-Gewerkschaften von ver.di bereiten für Mitte April Streiks vor.
Der Schlichtungs-Vorschlag sieht in diesem Jahr eine zunächst vierprozentige Erhöhung vor und längere Arbeitszeiten von einer Stunde (im Westen). Im Januar 2009 soll eine weitere Erhöhung von zwei Prozent folgen. Das ergäbe über die gesamte Laufzeit eine durchschnittliche jährliche Erhöhung von rund 3 Prozent.
Der jetzige Schlichterspruch wird in der Presse auch als "Erhöhung um 6 Prozent" verkauft, ein Schlichter behauptete sogar, es sei eine Erhöhung von "über 8 Prozent"!
Der Kommentator der Financial Times Deutschland ereifert sich:
"Zu wenig Geld? Bund und Kommunen bieten in dem Kompromiss insgesamt sechs Prozent mehr Lohn an. Hinzu kommen für die unteren Einkommensgruppen 900 Euro auf die Hand. Daraus kann man zwar nicht, wie es Schlichter Lothar Späth vorrechnet, acht Prozent basteln, denn die Einmalzahlung geht nur einmal aufs Konto. Aber es bleiben sechs Prozent - und das ist vor allem mit Blick auf andere Tarifabschlüsse beachtlich...."
Vielleicht ist für manche Leute auch ein Rechenkurs in Durchschnittsrechnung nötig? Beim letztjährigen Tarifabschluss der IG Metall in Baden-Württemberg gab es auch innerhalb der Gewerkschaftsbewegung Diskussionen, wie hoch mehrstufige Abschluss im Jahresdurchschnitt wirklich ausgefallen ist. /a>.
Es ist unter dem PISA-Rechenniveau, wenn bei einer mehrstufigen Lohnerhöhungen einfach die Erhöhungsprozente zusammenaddiert werden.
4 Prozent mehr im ersten Jahr und 2 Prozent mehr im zweiten Jahr ergeben nicht 6 Prozent mehr für die ganze Laufzeit, sondern durchschnittlich nur 3 Prozent.
Korrekte Rechnung:
(1. Erhöhung plus 2. Erhöhung) geteilt durch die Laufzeitjahre oder Laufzeitmonate = durchschnittliche Erhöhung für die gesamte Laufzeit.
Am Samstag müssen die Tarifgespräche wieder aufgenommen werden. Einigen sich die Verhandlungsführer nicht, müssen Streiks vorbereitet werden, die etwa Mitte April beginnen könnten.
Eine schnelle Einigung auf einen besseren Abschluss etwa durch einen unbefristeten "Vollstreik" ist meines Erachtens nicht drin. Beim GDL-Streik der Lokführer haben wir gesehen, dass ein sehr langer Atem nötig ist, um in der gegenwärtigen Lage einen höheren Abschluss zu erreichen. Der Arbeitskampf der Lokführer zog sich über ein Jahr hin - mit mehrmaligen Streiks und Streikdrohungen.
Ich denke, der Tarifkampf im Öffentlichen Dienst kann nur erfolgreich geführt werden, wenn viele wechselnde, aber kurze Schwerpunktstreiks über eine lange Zeit - mindestens ein halbes Jahr - eingeplant werden.
Der jetzige Schlichterspruch wird in der Presse auch als "Erhöhung um 6 Prozent" verkauft, ein Schlichter behauptete sogar, es sei eine Erhöhung von "über 8 Prozent"!
Der Kommentator der Financial Times Deutschland ereifert sich:
"Zu wenig Geld? Bund und Kommunen bieten in dem Kompromiss insgesamt sechs Prozent mehr Lohn an. Hinzu kommen für die unteren Einkommensgruppen 900 Euro auf die Hand. Daraus kann man zwar nicht, wie es Schlichter Lothar Späth vorrechnet, acht Prozent basteln, denn die Einmalzahlung geht nur einmal aufs Konto. Aber es bleiben sechs Prozent - und das ist vor allem mit Blick auf andere Tarifabschlüsse beachtlich...."
Vielleicht ist für manche Leute auch ein Rechenkurs in Durchschnittsrechnung nötig? Beim letztjährigen Tarifabschluss der IG Metall in Baden-Württemberg gab es auch innerhalb der Gewerkschaftsbewegung Diskussionen, wie hoch mehrstufige Abschluss im Jahresdurchschnitt wirklich ausgefallen ist. /a>.
Es ist unter dem PISA-Rechenniveau, wenn bei einer mehrstufigen Lohnerhöhungen einfach die Erhöhungsprozente zusammenaddiert werden.
4 Prozent mehr im ersten Jahr und 2 Prozent mehr im zweiten Jahr ergeben nicht 6 Prozent mehr für die ganze Laufzeit, sondern durchschnittlich nur 3 Prozent.
Korrekte Rechnung:
(1. Erhöhung plus 2. Erhöhung) geteilt durch die Laufzeitjahre oder Laufzeitmonate = durchschnittliche Erhöhung für die gesamte Laufzeit.
Am Samstag müssen die Tarifgespräche wieder aufgenommen werden. Einigen sich die Verhandlungsführer nicht, müssen Streiks vorbereitet werden, die etwa Mitte April beginnen könnten.
Eine schnelle Einigung auf einen besseren Abschluss etwa durch einen unbefristeten "Vollstreik" ist meines Erachtens nicht drin. Beim GDL-Streik der Lokführer haben wir gesehen, dass ein sehr langer Atem nötig ist, um in der gegenwärtigen Lage einen höheren Abschluss zu erreichen. Der Arbeitskampf der Lokführer zog sich über ein Jahr hin - mit mehrmaligen Streiks und Streikdrohungen.
Ich denke, der Tarifkampf im Öffentlichen Dienst kann nur erfolgreich geführt werden, wenn viele wechselnde, aber kurze Schwerpunktstreiks über eine lange Zeit - mindestens ein halbes Jahr - eingeplant werden.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Der Herr läßt die Sonne über Gerechte
Ein Tarifvertrag nur für Gewerkschaftsmitglieder ist nicht erstrebenswert, deshalb wurde ein Tarifvertrag ausgehandelt mit dem bestenfalls Gewerkschaftsmitglieder etwas anfangen können.
Der TVöD definiert – im Gegensatz zum BAT – nicht mehr den Beginn und das Ende eines Tages bzw. einer Woche.
Dies muss nun auf betrieblicher Ebene (entweder für den gesamten oder für jede Abteilung unterschiedlich) vereinbart werden.
Verlängerung der täglichen Arbeitszeit durch Ableistung von Bereitschaftsdienst bis zu max. 24 Stunden (ausschließlich der Pausen) (Dienstvereinbarung ist erforderlich)
Angleichung Ost
Leider wurden mit der Einführung des TVöD die Vergütungsgruppen für welche die Angleichung für 2010 zugesagt war abgeschaft.
Korrekt heißt die Forderung Erhöhung der Tarife auf Westniveau!
Es ist auch für die Beschäftigten im Westen untragbar, dass fortgesetzt mit einer Angleichung an das Ostniveau gedroht wird.
100 Prozent-Angleichung im Tarifgebiet Ost
Für alle Arbeiter/innen sowie die Angestellten der Verg. Gr. X-Vb und Kr I-Kr VIII ist die 100-Prozent-Angleichung der Löhne und Vergütungen im Tarifgebiet Ost bis zum 31.12.2009 verbindlich festgelegt.
Entstehung TVöD/TV-L
Im Zuge des Potsdamer Tarifabschlusses vereinbaren Bund, Länder, Kommunen und ver.di, binnen zwei Jahren ein neues Tarifrecht für den öffentlichen Dienst zu schaffen. Einheitlich und transparent, offener und gerechter soll es werden.
Neun Projektgruppen beginnen mit ihrer Arbeit an allgemeinen Tarifvereinbarungen zu Mantel, Arbeitszeit, Entgelt/Leistung und Eingruppierung sowie speziellen Regelungen zu Verwaltung, Krankenhäusern, Sparkassen, Flughäfen und Entsorgung. Eine „Lenkungsgruppe“ koordiniert das Ganze.
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) kündigt Tarifvorschriften, um Weihnachts- und Urlaubsgeld senken und die Arbeitszeit verlängern zu können. Damit verlassen die Länder die Verhandlungsgrundlage für das neue Tarifrecht.
In Nürnberg billigt die ver.di-Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst den mit Bund und Kommunen erreichten Verhandlungsstand. Weiterer „Knackpunkt“ bleiben die Entgelttabellen.
Das neue Tarifrecht wird zum zentralen Gegenstand der Tarifrunde 2005 erklärt. Die Tarifverträge über Löhne und Gehälter werden daher nicht gekündigt, eine Nullrunde aber ausgeschlossen.
Wiederum in Potsdam einigen sich Bund, Kommunen und ver.di im Zuge der Tarifrunde 2005 auf die Eckpunkte des neuen Tarifrechts im öffentlichen Dienst.
Weil vor allem die unionsgeführten Länder stur auf längeren Arbeitszeiten beharren, scheitert der Versuch, die mit Bund und Kommunen vereinbarte Tarifreform auch auf die Länder zu übertragen. Warnstreiks zigtausender Landesbeschäftigter waren vorausgegangen.
Nach einem halben Jahr mühsamer Redaktionsverhandlungen einigen sich Bund, Kommunen und ver.di auf die Texte der Tarifverträge für den öffentlichen Dienst (TVöD) und zur Überleitung der bereits Beschäftigten ins neue Recht (TV-Ü). In einem Spitzengespräch signalisiert auch die TdL ihr Interesse am neuen Tarifrecht.
- Oktober 2005:
Beschlusslagen Gründungsgewerkschaften ÖTV und DAG zum einheitlichen Tarifrecht im öDDie Tarifverträge treten in Kraft.
Aha...
+ 4% Lohn in den ersten 12 Monaten
&
+ 2% zusätzlich in den zweiten 12 Monaten machen nach 24 Monaten eine Lohnerhöhung von 5,04% ohne die Einmalzahlung, schließlich wird ja der Lohn nach 12 Monaten nicht wieder um den gleichen Betrag gekürzt ;)
Zusammen mit der Einmalzahlung kommt man sicherlich kaufmännisch gerundet auf 6%.
Allerdings ist der Vorschlag inakzeptabel, wie schon von einigen geschrieben, auf Grund der immer noch vorgesehenen Unterschied zwischen Ost und West.
Jedem seinen gerechten Lohn, unabhängig von Ort und Herkunft!
Wer nicht richtig rechnet, hat schon verloren
Da (von einem Peter) Zweifel gestreut wurden, wie man den Schlichtervorschlag mit der zweistufigen Erhöhung richtig bewerten und in seinen Auswirkungen korrekt berechnet, hier eine Grafik, mit der meine Rechenweise noch einmal erläutert wird:
Die waagrechte Nulllinie gibt das gegenwärtige Lohnniveau von 100 an. Der Schlichterspruch sieht im ersten Jahr eine Erhöhung um 4% auf 104% und im zweiten Jahr eine Erhöhung um 2% auf dann 106% vor. Das zeigen die beiden blauen Stufenlinien.
Zieht man nun eine Durchschnittslinie durch den gesamten Zeitraum (von 100 links unten bis 106 rechts oben), dann schneidet diese Linie den Jahreswechsel zwischen dem ersten und zweiten Jahr bei 103.
3 Prozent ist also die durchschnittliche jährliche Erhöhung dieser zwei Stufen von 4% plus 6%.
Anders gesagt: Die Wirkung eine Lohnerhöhung von 4% im ersten Jahr plus 2% im zweiten Jahr ist ganz gleich wie eine zweimalige Jahres-Erhöhung von je 3%.
Darauf wollte ich hingewiesen haben.
Wer (wie Herr Späth, die Financial Times Deutschland) zu einem höheren Ergebnis kommt, hat wohl ein Interesse, die Sache schön zu rechnen.
Gruß Wal Buchenberg
Fehler gemacht
Es heißt da: "3 Prozent ist also die durchschnittliche jährliche Erhöhung dieser zwei Stufen von 4% plus 6%".
Es muss aber richtig heißen:
3 Prozent ist also die durchschnittliche jährliche Erhöhung dieser zwei Stufen von 4% plus 2%
Vielleicht kann das wer von den Mods korrigieren?
Sorry und Gruß
von Wal
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Ost-West Differenzierung wird fortgesetzt — Betroffener
Lothar Späht d.Beste adSchlichtungsempfehlung — Don Martin