Massive Ablehnung spanischer Atomlagerpläne
Knapp 10000 Menschen haben das kleine spanische Dorf Peque de Carballeda überflutet, um gegen die Pläne zur Lagerung von Atommüll zu protestieren. Die knapp 200 Dorfbewohner waren genauso überrascht wie die Organisatoren, über die massive Beteiligung an der "gemeinsamen Trauer". Tausende waren extra in das knapp 100 Kilometer von Zamora entfernte Dorf gezogen, um sich mit den Menschen in der wenig besiedelten Region im zentralspanischen Region Castilla-Leon zu solidarisieren. Eine Woche wurde hier Trauerflor getragen, weil die Region durch die eines Lagers für hochradioaktiven Müll beerdigt werde. Am 10. September wird auch in Almaraz demonstriert.
Bis zum 27. September haben spanische Gemeinden Zeit, um sich als Standort für ein "zentrales temporäres Lager" zu bewerben, dass bis 2010 fertig gestellt sein soll. Dann sollen tausende Tonnen Atommüll aus Frankreich und Großbritannien zurückgebracht werden. Sollte es kein Lager geben, muss Spanien allein an Frankreich täglich 60.000 Euro Strafgebühr bezahlen. Weit über 10.000 Tonnen hochradioaktiver Müll hat Spanien bisher produziert.
Die staatliche Enresa, mit dem Management der radioaktiven Abfälle betraut, will ein überirdisches Lager errichten, wozu "praktisch jedes Gebiet geeignet sei". Effektive eigene Endlagerpläne gibt es nicht, doch fällt auf, dass sich Enresa an der Forschung in der Schweiz beteiligt. Über den Euroatom-Vertrag ist sie auch im französischen Bure beteiligt. Der spanische Müll könnte also auch vor der deutschen Haustür im Schweizer Benken ( http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=28555&IDC=3&DB=Archiv) oder im lothringischen Bure ( http://de.indymedia.org//2006/08/154447.shtml) landen.
Als Köder für die Akzeptanz des Lagers wird die Investitionssumme von über eine halben Milliarde Euro ausgeworfen und 300 Stellen ausgeworfen. Zum Bau sollen weitere 100 Stellen geschaffen werden. Solche "Argumente" wirken in einer armen Region mit hoher Arbeitslosigkeit. Der Bürgermeister von Peque war schnell bereit, der Enresa die nötigen 25 Hektar Gelände anzubieten. Auch die Regionalregierung habe "die Gegend auf die Schlachtbank geworfen", werfen viele Bewohner und die Atomkraftgegner ihr vor.
Mit der massiven Demonstration haben sie nun gezeigt, dass es die geforderte "Freiwilligkeit" und "Akzeptanz" nur bei Politikern der Region gibt. Insgesamt erlebt die Anti-Atom Bewegung auch im spanischen Staat eine Renaissance, denn vom versprochenen Ausstieg aus der Atomenergie, mit der die Sozialisten (PSOE) 2004 die Wahlen gewannen, ist nichts zu spüren.
Stattdessen wirbt der in die EU Kommission entsandte Joaquin Almunia als Wirtschaft und Währungskommissar für Atomkraft. Es sei "Selbstmord", die Tür zu ihr zu schließen, warnte er. Atombefürworter ersetzten derweil in Ministerien Befürworter von regenerativen Energien, obwohl das Sonnenland seine gesamte Energie mehrfach darüber decken könnte. Die PSOE bereitet den Einstieg in eine neue Reaktorlinie, wie in Finnland oder Frankreich, vor. http://de.indymedia.org//2006/01/136791.shtml
Statt AKWs abzuschalten, sollen die Laufzeiten der Altreaktoren verlängert werden. Es wird erwartet, dass wegen des ständig steigenden Stromverbrauchs, sogar der Uraltmeiler Garoña bis 2019 am Netz bleibt, wie es die Betreiber vorhaben. Dann wäre der Pannenreaktor 48 Jahre alt.
Dabei dienen derlei AKWs nicht einmal zur Basisabdeckung mit Strom. Garoña musste kürzlich gar abgeschaltet werden, weil der Ebro, Spaniens größter Fluss, die Kühlung nicht mehr leisten konnte. Vandellòs in Katalonien wurde geräumt, weil ein Waldbrand es bedrohte http://de.indymedia.org//2006/04/144372.shtml Der Reaktor mit 2,8 Gigawatt Leistung war ohnehin wegen einer neuen Havarie nicht am Netz. Gerade gestern nachmittag musste er wieder abgeschaltet werden und bis Ende September wird wieder einmal daran herumgedocktert. Am 10. September wird auch in Almaraz demonstriert.
http://www.kaosenlared.info/noticia.php?id_noticia=11529 Auch hier kam es am AKW im Frühjahr schon zu Protestaktionen, um gegen ein mögliches Lager und für die Abschaltung des angrenzenden AKWs zu demonstrieren. http://www.kaosenlared.info/noticia.php?id_noticia=11719
© Ralf Streck, den 29.08.2006
Die staatliche Enresa, mit dem Management der radioaktiven Abfälle betraut, will ein überirdisches Lager errichten, wozu "praktisch jedes Gebiet geeignet sei". Effektive eigene Endlagerpläne gibt es nicht, doch fällt auf, dass sich Enresa an der Forschung in der Schweiz beteiligt. Über den Euroatom-Vertrag ist sie auch im französischen Bure beteiligt. Der spanische Müll könnte also auch vor der deutschen Haustür im Schweizer Benken ( http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=28555&IDC=3&DB=Archiv) oder im lothringischen Bure ( http://de.indymedia.org//2006/08/154447.shtml) landen.
Als Köder für die Akzeptanz des Lagers wird die Investitionssumme von über eine halben Milliarde Euro ausgeworfen und 300 Stellen ausgeworfen. Zum Bau sollen weitere 100 Stellen geschaffen werden. Solche "Argumente" wirken in einer armen Region mit hoher Arbeitslosigkeit. Der Bürgermeister von Peque war schnell bereit, der Enresa die nötigen 25 Hektar Gelände anzubieten. Auch die Regionalregierung habe "die Gegend auf die Schlachtbank geworfen", werfen viele Bewohner und die Atomkraftgegner ihr vor.
Mit der massiven Demonstration haben sie nun gezeigt, dass es die geforderte "Freiwilligkeit" und "Akzeptanz" nur bei Politikern der Region gibt. Insgesamt erlebt die Anti-Atom Bewegung auch im spanischen Staat eine Renaissance, denn vom versprochenen Ausstieg aus der Atomenergie, mit der die Sozialisten (PSOE) 2004 die Wahlen gewannen, ist nichts zu spüren.
Stattdessen wirbt der in die EU Kommission entsandte Joaquin Almunia als Wirtschaft und Währungskommissar für Atomkraft. Es sei "Selbstmord", die Tür zu ihr zu schließen, warnte er. Atombefürworter ersetzten derweil in Ministerien Befürworter von regenerativen Energien, obwohl das Sonnenland seine gesamte Energie mehrfach darüber decken könnte. Die PSOE bereitet den Einstieg in eine neue Reaktorlinie, wie in Finnland oder Frankreich, vor. http://de.indymedia.org//2006/01/136791.shtml
Statt AKWs abzuschalten, sollen die Laufzeiten der Altreaktoren verlängert werden. Es wird erwartet, dass wegen des ständig steigenden Stromverbrauchs, sogar der Uraltmeiler Garoña bis 2019 am Netz bleibt, wie es die Betreiber vorhaben. Dann wäre der Pannenreaktor 48 Jahre alt.
Dabei dienen derlei AKWs nicht einmal zur Basisabdeckung mit Strom. Garoña musste kürzlich gar abgeschaltet werden, weil der Ebro, Spaniens größter Fluss, die Kühlung nicht mehr leisten konnte. Vandellòs in Katalonien wurde geräumt, weil ein Waldbrand es bedrohte http://de.indymedia.org//2006/04/144372.shtml Der Reaktor mit 2,8 Gigawatt Leistung war ohnehin wegen einer neuen Havarie nicht am Netz. Gerade gestern nachmittag musste er wieder abgeschaltet werden und bis Ende September wird wieder einmal daran herumgedocktert. Am 10. September wird auch in Almaraz demonstriert.
http://www.kaosenlared.info/noticia.php?id_noticia=11529 Auch hier kam es am AKW im Frühjahr schon zu Protestaktionen, um gegen ein mögliches Lager und für die Abschaltung des angrenzenden AKWs zu demonstrieren. http://www.kaosenlared.info/noticia.php?id_noticia=11719
© Ralf Streck, den 29.08.2006
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