Erdoel und Widerstand in Ecuador
Ueberfaelle, Morddrohungen und moeglicher Militaereinsatz
Ganz Ecuador scheint von den Oelkonzernen besetzt zu sein – nur ein kleines Kichwa-Dorf leistet noch immer Widerstand: Sarayaku …
Ganz Ecuador scheint von den Oelkonzernen besetzt zu sein – nur ein kleines Kichwa-Dorf leistet noch immer Widerstand: Sarayaku …
Hintergrund
Die Karte der Konzessionen fuer den Erdoelabbau im ecuadorianischen Amazonasgebiet sieht aus wie ein Schachbrett – willkuerlich werden da Rechtecke auf der Karte gezogen, als Bloecke nummeriert und unter den verschiedenen auslaendischen Erdoelfirmen verschachert...
Die Bilanz nach fast vierzig Jahren Erdoelabbau im noerdlichen Amazonastiefland ist duester: Abholzung von tausenden Hektar Regenwald, staendige Vergiftung von Boeden, Wasser, Wald, Tieren und Menschen durch die Verbrennung von Gas, Abwasserbecken, undichte veraltete Anlagen und Pipelines etc. Ein Indígena-Stamm mit eigener Sprache und Kultur, die Tetete, verschwindet vollstaendig nach Eindringen des US-Oelriesen Texaco – durch Vergiftung des Lebensraumes, vor allem der Nahrungsquellen, eingeschleppte Krankheiten usw. Allein im Jahr 2001 laufen aus undichten Pipelines etwa 4,9 Millionen Liter Erdoel aus [beim Tankerunglueck der Exxon Valdez in Alaska waren es 5,7 Millionen].
So gross ist aber das angebliche nationale Interesse, dass dem ecuadorianischen Staat beim Ausverkauf der Konzessionen die Beduerfnisse der BewohnerInnen oder gar die Einzigartigkeit der Oekosysteme vollkommen egal sind. Dabei fliesst der Grossteil der Gewinne eh ins Ausland, oder vielmehr in die Taschen einer Handvoll transnationaler Oelriesen, vornehmlich aus Westeuropa und Nordamerika. Die verhaeltnismaessig geringen Gewinne, die der ecuadorianische Staat macht, stellen dennoch 42 % des Staatseinkommens dar. Etwa 50 % des Staatshaushaltes werden aber jaehrlich fuer die Abzahlung der Auslandsschulden verwendet – fliessen also ebenfalls in den Norden.
Erklaerbar ist dies alles wohl nur durch die Zange, in die IWF und Weltbank das Land bezueglich Schuldenabzahlung zur Zeit nehmen, und durch die Korruption, die sich durch alle Teile der Regierung zieht. (Fuer die Schuldenzahlung blieben die Angestellten oeffentlicher Krankenhaeuser und die LehrerInnen staatlicher Schulen Anfang dieses Jahres drei Monate lang ohne Gehalt – ganz im Gegensatz zu den Abgeordneten und Regierungsmitgliedern selbstverstaendlich – aber das nur am Rande...)
Die ecuadorianische Regierung ist also maechtigem Druck ausgesetzt, ebenso die eher kleine und kurz vor dem Ruin stehende Erdoelfirma CGC aus Argentinien. Die CGC hat gemeinsam mit Burlington Resources aus den USA einen Beteiligungsvertrag fuer den noch unangetasteten Block 23 unterschrieben. Wobei “Beteiligung” (participación) beim Erdoelabbau in Ecuador heisst: 80 % fuer die Firma, 20 % fuer den ecuadorianischen Staat.
CGC und Burlington teilen sich den Vertrag im Verhaeltnis 50:50. Dennoch ist die wie gesagt vom Ruin bedrohte CGC die Betreiberfirma, also die, die sich direkt mit den Problemen auseinandersetzen muss, waehrend der viel groessere und staendig wachsende Oelgigant Burlington nur investiert und spaeter Gewinne schaufelt.
Widerstand
Dumm fuer die Erdoelfirmen ist nur, dass der Grossteil vom Block 23 das Gebiet der autonomen Kichwa-Comunidad Sarayaku ist (comunidad bedeutet etwa soviel wie Gemeinde, heisst aber eigentlich Gemeinschaft). Und Sarayaku spricht sich schon seit 1989 gegen den Erdoelabbau auf ihrem Gebiet aus und leistet seit der Konzessionsvergabe 1996 relativ erfolgreich Widerstand.
Ende 2002/ Anfang 2003 schafft sie es durch Gefangennahme mehrerer Arbeiter und Beschlagnahme von Geraetschaften und Waffen der Militaers alle seismischen Tests zu verhindern. (Diese Tests sind noetig um zu wissen, ob es ueberhaupt Erdoel gibt und wo es sich am meisten lohnen wird zu bohren.) Die franzoesische Firma, die mit der Erkundung beauftragt ist, muss sich trotz Militaerschutz nach drei Monaten Auseinandersetzungen im Dschungel zurueckziehen. Noch schwieriger allerdings ist der Kampf gegen die vielfachen “Hilfsangebote” fuer die einzelnen comunidades (Spenden von Computern bis Rasenmaehern etc.) und die versuchten Bestechungen der gewaehlten VertreterInnen. Auf diese Art schaffen es die Erdoelkonzerne, fast die Haelfte der Gemeinden im Block 23 zur Zustimmung zu ueberreden. In Jatun Molino, einer Ansiedlung nicht weit von Sarayaku selbst, kann daher ein Militaerstuetzpunkt eingerichtet werden.
Etwas spaeter legt die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) sogenannte medidas cautelares ein, d.h. von der ecuadorianischen Regierung wird dringend gefordert, Leben und Wohlergehen der BewohnerInnen von Sarayaku und ihr Territorium zu schuetzen. Im Dezember 2003 laufen diese ab, unter anderem deshalb wird schon vorher mit einem neuen Militaereinsatz gedroht.
Angriff in Canelos
Anfang Dezember soll es deshalb in Puyo, der Provinzhauptstadt, mehrere Tage Demos und Aktionen geben. Etwa 120 Menschen aus Sarayaku machen sich per Kanu auf den Weg nach Puyo. Am 5.Dezember werden sie nach zwei Tagen muehsamer Reise von etwa vierzig besoffenen Maennern aus Canelos angegriffen. Canelos ist eine der quasi gekauften comunidades, denen eingeredet wird, dass all die Versprechungen nur wegen des Widerstandes von Sarayaku noch nicht erfuellt wuerden. Resultat des Ueberfalles sind fuenfzehn Verletzte, von denen vier dringend ins Krankenhaus muessen. Eine Gruppe von vor allem Frauen, Alten und Kindern wird fuer mehrere Tage festgesetzt. Vereinzelt ziehen sich die meisten zu Fuss nach Sarayaku zurueck, einige wenige schaffen es, nach einem zweitaegigen Marsch durch den Dschungel nach Puyo zu gelangen. Weder Polizei noch Militaers greifen ein, weil es sich angeblich um einen Streit zwischen zwei Staemmen handelt, und ermoeglichen nicht einmal das Durchkommen eines Krankenwagens.
Nach diesen Vorfaellen werden die medidas cautelares fuer ein weiteres halbes Jahr verlaengert. Dennoch geht die Repression weiter.
Ueberfaelle und Drohungen
In der Nacht des 29. Februar 2004 wird Marlon Santi, der Sprecher von Sarayaku, in Quito von Unbekannten ueberfallen. Er wird mit einem Revolver bedroht und mit den Worten: “Die aus Sarayaku werden alle vor die Hunde gehen!” mit dem Revolver in Nacken und Gesicht geschlagen. Ausserdem werden ihm Dokumente fuer die Interamerikanische Menschenrechtskommission sowie der Reisepass mit dem Visum gestohlen, ohne die er nicht zur Anhoerung nach Washington reisen kann.
In drei Tagen schafft er es muehsam, neue Papiere zu bekommen, und kommt gerade noch rechtzeitig zur Anhoerung am 3.Maerz. Der ecuadorianische Staat, der ebenfalls vorgeladen ist, schickt dagegen erst gar keinen Vertreter und stellt sich damit gegen die Interamerikanische Rechtsprechung.
Einen Monat spaeter, am 31. Maerz, taucht der oberste General der ecuadorianischen Armee, Octavio Romero, ohne jegliche Vorankuendigung in Sarayaku auf, begleitet von zwei stark bewaffneten Militaerpolizisten und zehn ebenfalls bewaffneten Offizieren. Nach eigenen Worten will er die Gemeinde kennen lernen, die BewohnerInnen verstehen es eher als Einschuechterungsversuch.
In der Diskussion mit ihnen, die ihn deutlich in die Schranken weisen, laesst er aber einige Sachen vom Stapel: “Wenn es keine Einheit und keine Freundschaft gibt, werden wir Militaers wahrscheinlich mit Gewalt eindringen muessen.” – “Wenn wir nicht zusammenarbeiten sondern weitermachen mit dieser Feindseligkeit, mit dieser Uneinigkeit, mit diesen radikalen Positionen, dann wird es Gewalt geben … Ich als Chef der Streitkraefte muss jeglicher Entscheidung der Regierung gehorchen.”
Am 22. April bietet die Armee einen Dialog an. Sarayaku lehnt dieses Angebot ab, solange der Militaerstuetzpunkt in Jatun Molino nicht zurueckgezogen und die Forderungen der CIDH erfuellt werden.
Am naechsten Tag, fruehmorgens um 5 Uhr 30, befindet sich der Anwalt José Serrano, der Sarayaku vertritt, auf dem Weg von Quito nach Puyo zu einer Besprechung mit den Vertretern der comunidad. Ploetzlich stellt sich vor ihm ein Auto quer und drei bewaffnete Maenner zwingen ihn zum Anhalten. Mit Schlaegen und Beleidigungen holen sie ihn aus dem Auto, druecken ihm eine Pistole auf den Arm und sagen: “Hoert auf zu nerven, verteidigt die indios aus Sarayaku nicht mehr, ansonsten werdet ihr tot sein!”
Drohender Militaereinsatz
Am 11.April 2004 wird in Garzayaku, etwa 200 km flussabwaerts von Sarayaku an der peruanischen Grenze, eine angebliche Guerrilla-Einheit gesehen. Am 17.April beginnt die Armee, mit ueber 300 Soldaten die ganze Gegend zu durchkaemmen. Am 30.April dringen Soldaten ins Zentrum der comunidad Yanayaku ein, einem unmittelbaren Nachbarn von Sarayaku und schon sehr weit von dem Ort entfernt, an dem angeblich die guerrilleros gesehen wurden. Mehrere Hubschrauber naehern sich unangekuendigt dem Dorf, schwer bewaffnete Soldaten springen heraus wie zum Angriff. Bei der Durchsuchung werden Jagdflinten und Speere beschlagnahmt. Vor allem scheint es um Einschuechterung zu gehen - besonders Kinder werden von der ganzen Aktion natuerlich traumatisiert.
Sarayaku beschliesst, die Armee nicht in ihr Territorium eindringen zu lassen – zu klar scheint ihnen die Strategie, mit dem Vorwand der Guerrilla-Bekaempfung die ganze Gegend zu militarisieren. Mit dem Verweis auf die Interamerikanische Menschenrechtskommission kann ein Eindringen bis heute verhindert werden.
Am 10.Mai wird jedoch das Haus des Mannes, der die Guerrilla-Gruppe gesehen hatte, von Unbekannten angezuendet. Fuer die Menschen aus Yanayaku und Sarayaku ist das vom Militaer selbst inszeniert, fuer die Militaers ein guter Grund, sich in der ganzen Gegend festzusetzen...
Was kann mensch dagegen tun?
Wirksamer als alle Protestpostkarten und Spenden scheint mir, sich ueber die eigene Beteiligung bewusst zu werden: Erdoel ist schliesslich in unserem taeglichen Leben tausendfach vorhanden - ob in Form von T-Shirts, Schuhen, Plastik, Asphalt oder Strom etc. etc. Und der Erdoelabbau richtet auch nicht nur in Ecuador verdammt viel Schaden an – ist ja nichts Neues: von Kriegen in Kolumbien, Irak, Tschetschenien bis hin zum Absterben allen Lebens in der Nordsee gibt es da eine lange Liste...
Auch die Verantwortlichen kann mensch boykottieren, z.B. die Westdeutsche Landesbank, die als Hauptfinziererin eine neue Riesenpipeline quer durch Ecuador verlegt hat (sog. OCP). Oder die Citibank, die z.B. in Kolumbien in Geschaefte mit Oelfirmen und Paramilitaers verstrickt ist. Und natuerlich die Oelriesen – einige der schlimmsten, die in Ecuador wueten oder gewuetet haben, sind z.B.: Shell, Texaco, Repsol-YPF, Maxus, BP, Esso, Agip, OMV, Arco, Occidental, Mobil, Elf u.v.a.m.
Ansonsten kannst du/ koennt ihr natuerlich auch kreativ werden und z.B. die ecuadorianische Botschaft anmalen oder fuer andere Aktionen nutzen:
Kaiser-Friedrich-Str. 90, 10585 Berlin (Wilmersdorf), Tel. (030) 238 62 17 / 347 87 108, Fax: (030) 347 87 126, E-mail:
kanzlei@botschaft-ecuador.org, www.botschaft-ecuador.org
Weitere Infos:
-Karte der Erdoelkonzessionen in Ecuador (121 KB):
www.eine-welt-netz-nrw.de/html/regen/westlb/bild_01.htm
-Bericht ueber die Vorgeschichte von der Sarayaku-Seite (deutsch):
www.eine-welt-netz-nrw.de/html/regen/sarayacu/Situation.php
-Indymedia-Artikel vom Dezember 2003 (deutsch):
de.indymedia.org/2003/12/68959.shtml
de.indymedia.org//2003/12/70278.shtml
-Eigene Seite von Sarayaku, sehr ausfuehrlich(spanisch und englisch). Hier kann mensch auch Protestbriefe an Firmenchefs und ecuadorianische Regierungsmitglieder finden und verschicken:
www.sarayaku.com
-Erdoelabbau weltweit (spanisch, englisch, franzoesisch):
www.oilwatch.org.ec
-Erdoelfoerderung und Widerstand in Ecuador (spanisch):
www.nopetroleo.net
-Acción Ecológica in Quito (spanisch):
www.accionecologica.org
Ihr koennt auch mich fragen, ich habe eine Zeitlang bei Acción Ecológica in Quito gearbeitet - einfach in den Kommentarteil schreiben.
Und hier noch ein Text von einem Yachak ("Schamanen") aus Sarayaku - zuerst meine Uebersetzung, weiter unten auf Spanisch (Original):
Botschaft der Yachaks (“Schamanen”) von Sarayaku
Lasst uns das Leben lieben, die Natur ist Leben
Im Lauf unserer Existenz sind wir verantwortlich fuer all das, was die Natur uns angeboten hat, um es vernuenftig zu nutzen und damit in Harmonie fortbestehen zu koennen. Es ist vollkommen unsere eigene Verantwortung, in einer gesunden Umwelt zu leben, und das bedeutet, sich einer guten koerperlichen und geistigen Gesundheit zu erfreuen.
Alles was auf der Welt existiert hat einen Grund zu existieren. Die natuerlichen „Rohstoffe“ sind keine Ausnahme, das Erdoel ist keine Ausnahme. Fuer viele Menschen mag das, was ich sagen werde, poetisch oder unrealistisch klingen – aber das ist nicht so: Das, was ich sagen werde, ist wirklich, so wirlich wie das Leben selbst.
Die Natur ist lebendig, die Fluesse, Seen, Waelder, Baeume und all das, was in der Natur existiert, lebt. Sie anzugreifen bedeutet, unueberlegt ein nicht wieder ausgleichbares Ungleichgewicht herzustellen und den normalen Verlauf des Lebens zu aendern. Und da beginnen die Naturkatastrophen, die sich viele nicht erklaeren koennen. Fuer uns sind sie erklaerbar, denn das ist die Art, in der Mutter Erde (Pachamama) sich wehrt und die tauben Ohren bittet, gehoert zu werden.
In den 80 Jahren meines Lebens habe ich viele Veraenderungen gesehen. Das, was wir heute verteidigen, ist nicht das, was frueher existiert hat. Damals wurde durch die Ankunft von Shell schon ein Teil unserer Natur zerstoert. Mit Trauer sahen wir wie viele Arten ausstarben, die wir heute nicht mehr finden koennen. In den Seen fanden wir die riesigen Anacondas, die Delfine, die Suesswasserrobben und Kaimane tot. Stueck fuer Stueck suchten die Wesen der Fluesse und Waelder Schutz, sie sind gerade erst dabei, langsam zu genesen. Die weise Mutter Natur stellt sich wieder her, aber das braucht viele Jahre, und vielleicht wird man die Arten, die frueher existierten, nicht mehr wiederfinden.
Das Erdoel, das wegen seines Geldwertes so sehr geschaetzt wird, ist nicht mehr und nicht weniger als das Blut, das der Mutter Erde Leben gibt. Jetzt wird versucht, dem Koerper das Blut zu entziehen und im Tod zu leben. Es ist nicht logisch, die Natur bluten zu lassen und zu erwarten, dass sie nicht reagiert. Aber diese Logik funktioniert vielleicht nicht mit denen, die um jeden Preis das Erdoel abbauen wollen. Was wird ihnen denn alles Geld der Welt nutzen, wenn sie damit ihrem eigenen Unglueck und ihrem Tod entgegen gehen. Oder sind etwa die grossen Gebaeude, die grossen Villen immun gegen die Reaktionen der Natur? Werden die Erdbeben, die Vulkanausbrueche, die Ueberschwemmungen, die Unwetter nicht auch sie treffen? Ich glaube, dass wir, wenn es zu spaet ist, merken werden, dass die Menschheit sich geirrt hat und sich selbst zerstoert, aber es wird zu spaet sein.
Viele junge Leute, die noch nicht genug gelebt haben um zu lieben was sie sind, glauben, dass es einfach waere, ueber das Leben zu bestimmen. Oder weil sie ausserhalb gewesen sind, dass sie ueber das Leben im Inneren der comunidades bestimmen koennen ohne nach der Meinung der Aelteren zu fragen. Sie merken nicht, dass sie damit ihr eigenes Unglueck schaffen. Es ist wichtig, in Wuerde zu leben, das heisst, Gewissen und feste Prinzipien zu haben. Viele junge Leute wollen die Erdoelfoerderung und verhandeln im Namen der ganzen comunidad, angeblichum die Entwicklung der comunidad zu foerdern. Leider merken wir, dass viele dieser Leute nicht die geringste Idee haben, welche Entwicklung sie wollen. Was sie tun, ist etwas nachzumachen und dabei die eigene Identitaet und Wuerde zu verlieren.
Der Identitaetsverlust hat viele Formen, aber der schlimmste Verlust ist gegen die Urspruenge zu verstossen, wo wir herkommen und wofuer wir da sind. Jemand kann ueberall auf der Welt sein, respektvoll mit anderen Voelkern zusammenleben, und dennoch nicht seine Identitaet verlieren, wenn er ein Bewusstsein hat, wer er ist.
Damen und Herren, ich bitte Sie eindringlich, helfen sie uns das Leben und die Menschheit zu schuetzen, indem Sie die Erde und Mutter Natur respektieren. Wenn jeder Mensch ein Koernchen beitraegt, wird das ausreichen und das Leben wird weitergehen.
Sabino Atanacio Gualinga Cuji
Sprecher der Yachaks der Kichwa-comunidad Sarayaku
MENSAJE DE LOS YACHAKS DE SARAYAKU
AMEMOS LA VIDA, LA NATURALEZA ES VIDA
En el transcurso de nuestra existencia somos responsables de lo que la naturaleza nos ha brindado para que utilicemos de manera racional y podamos subsistir armónicamente, es de nuestra absoluta responsabilidad vivir en un ambiente sano lo que implica vivir gozando de buena salud física y mental.
Todo lo que existe en la humanidad tiene una razón de existir, los recursos naturales no son la excepción, el petróleo no es la excepción, para muchos individuos lo que voy a decir podría sonar poético e irreal, no es así, lo que voy a decir es real tan real como la vida misma.
La naturaleza tiene vida propia, los ríos, lagos, montañas, árboles y todo lo que existe en la naturaleza tiene vida propia, atentar contra ellas significa ocasionar imprudentemente un desequilibrio irreversible y cambiar el transcurso normal de la existencia, y empiezan los desastres naturales para muchos inexplicables, pero explicables para nosotros, esa es la manera de cómo protesta LA MADRE NATURALEZA pidiendo a oídos sordos ser escuchada.
En mis 80 años de vida he visto muchas transformaciones, lo que hoy defendemos no es lo que existía antes, en ese tiempo con el ingreso de la compañía Shell ya se depredó parte de nuestra naturaleza, con dolor observamos como se extinguía muchas especies, que hoy no les encontramos, en los lagos encontrábamos muertos las inmensas anacondas, delfines, los lobos de agua dulce, caimanes y poco a poco los seres de los ríos y las montañas buscaron refugio, recién se encuentran en recuperación porque, la sabia Madre Naturaleza vuelve a recuperarse pero esto conlleva muchos años y talvez las especies que antes existían ya no se vuelvan a encontrar.
El petróleo tan codiciado por su valor económico monetario es nada mas y nada menos que la sangre que da vida a la Madre Tierra y su naturaleza, ahora se intenta sacar la sangre de su cuerpo y vivir en la muerte, no es lógico desangrar a la madre tierra y pedir que la naturaleza no reaccione , pero esta lógica posiblemente no funciona con los que a cuesta de todo quieren explotar el petróleo, de que les va a servir todo el dinero del mundo si van camino a su propia desdicha y muerte, será que los grandes edificios, las grandes mansiones son inmunes a la reacción de la naturaleza, será que los terremotos, las erupciones volcánicas, las inundaciones, las tempestades no les afectan, me imagino que cuando sea demasiado tarde nos daremos cuenta que la humanidad se equivoco y se autodestruyo pero ya será tarde.
Muchos jóvenes, que aún no han vivido lo suficiente como para amar lo que son, creen que decidir sobre la vida es fácil, o que por haber salido afuera pueden decidir sobre la vida interna de las comunidades sin pedir la opinión de los ancianos, no se dan cuenta que labran su propia desdicha, vivir dignamente es importante, eso implica tener conciencia y principios sólidos, lamentablemente nos hemos dado cuenta que en muchos jóvenes que piden que ingrese las petroleras y toman el nombre de las comunidades, diciendo que van a contribuir al desarrollo de las comunidades no tienen la mínima idea de que desarrollo quieren, lo que pretender es copiar algo perdiendo la identidad y la dignidad.
La perdida de identidad tiene muchas formas, pero la peor perdida es atentar contra los principios de quienes somos y para que estamos, una persona puede estar en cualquier parte del mundo, interrelacionarse con respeto con otros pueblos y aún así no pierde su identidad cuando es conciente de quien es.
Señores les solicito encarecidamente, ayúdenos a cuidar la humanidad, respetando la tierra y la madre naturaleza, si cada individuo pone un granito de su parte será suficiente y la vida continuara.
Sabino Atanacio Gualinga Cuji
Die Karte der Konzessionen fuer den Erdoelabbau im ecuadorianischen Amazonasgebiet sieht aus wie ein Schachbrett – willkuerlich werden da Rechtecke auf der Karte gezogen, als Bloecke nummeriert und unter den verschiedenen auslaendischen Erdoelfirmen verschachert...
Die Bilanz nach fast vierzig Jahren Erdoelabbau im noerdlichen Amazonastiefland ist duester: Abholzung von tausenden Hektar Regenwald, staendige Vergiftung von Boeden, Wasser, Wald, Tieren und Menschen durch die Verbrennung von Gas, Abwasserbecken, undichte veraltete Anlagen und Pipelines etc. Ein Indígena-Stamm mit eigener Sprache und Kultur, die Tetete, verschwindet vollstaendig nach Eindringen des US-Oelriesen Texaco – durch Vergiftung des Lebensraumes, vor allem der Nahrungsquellen, eingeschleppte Krankheiten usw. Allein im Jahr 2001 laufen aus undichten Pipelines etwa 4,9 Millionen Liter Erdoel aus [beim Tankerunglueck der Exxon Valdez in Alaska waren es 5,7 Millionen].
So gross ist aber das angebliche nationale Interesse, dass dem ecuadorianischen Staat beim Ausverkauf der Konzessionen die Beduerfnisse der BewohnerInnen oder gar die Einzigartigkeit der Oekosysteme vollkommen egal sind. Dabei fliesst der Grossteil der Gewinne eh ins Ausland, oder vielmehr in die Taschen einer Handvoll transnationaler Oelriesen, vornehmlich aus Westeuropa und Nordamerika. Die verhaeltnismaessig geringen Gewinne, die der ecuadorianische Staat macht, stellen dennoch 42 % des Staatseinkommens dar. Etwa 50 % des Staatshaushaltes werden aber jaehrlich fuer die Abzahlung der Auslandsschulden verwendet – fliessen also ebenfalls in den Norden.
Erklaerbar ist dies alles wohl nur durch die Zange, in die IWF und Weltbank das Land bezueglich Schuldenabzahlung zur Zeit nehmen, und durch die Korruption, die sich durch alle Teile der Regierung zieht. (Fuer die Schuldenzahlung blieben die Angestellten oeffentlicher Krankenhaeuser und die LehrerInnen staatlicher Schulen Anfang dieses Jahres drei Monate lang ohne Gehalt – ganz im Gegensatz zu den Abgeordneten und Regierungsmitgliedern selbstverstaendlich – aber das nur am Rande...)
Die ecuadorianische Regierung ist also maechtigem Druck ausgesetzt, ebenso die eher kleine und kurz vor dem Ruin stehende Erdoelfirma CGC aus Argentinien. Die CGC hat gemeinsam mit Burlington Resources aus den USA einen Beteiligungsvertrag fuer den noch unangetasteten Block 23 unterschrieben. Wobei “Beteiligung” (participación) beim Erdoelabbau in Ecuador heisst: 80 % fuer die Firma, 20 % fuer den ecuadorianischen Staat.
CGC und Burlington teilen sich den Vertrag im Verhaeltnis 50:50. Dennoch ist die wie gesagt vom Ruin bedrohte CGC die Betreiberfirma, also die, die sich direkt mit den Problemen auseinandersetzen muss, waehrend der viel groessere und staendig wachsende Oelgigant Burlington nur investiert und spaeter Gewinne schaufelt.
Widerstand
Dumm fuer die Erdoelfirmen ist nur, dass der Grossteil vom Block 23 das Gebiet der autonomen Kichwa-Comunidad Sarayaku ist (comunidad bedeutet etwa soviel wie Gemeinde, heisst aber eigentlich Gemeinschaft). Und Sarayaku spricht sich schon seit 1989 gegen den Erdoelabbau auf ihrem Gebiet aus und leistet seit der Konzessionsvergabe 1996 relativ erfolgreich Widerstand.
Ende 2002/ Anfang 2003 schafft sie es durch Gefangennahme mehrerer Arbeiter und Beschlagnahme von Geraetschaften und Waffen der Militaers alle seismischen Tests zu verhindern. (Diese Tests sind noetig um zu wissen, ob es ueberhaupt Erdoel gibt und wo es sich am meisten lohnen wird zu bohren.) Die franzoesische Firma, die mit der Erkundung beauftragt ist, muss sich trotz Militaerschutz nach drei Monaten Auseinandersetzungen im Dschungel zurueckziehen. Noch schwieriger allerdings ist der Kampf gegen die vielfachen “Hilfsangebote” fuer die einzelnen comunidades (Spenden von Computern bis Rasenmaehern etc.) und die versuchten Bestechungen der gewaehlten VertreterInnen. Auf diese Art schaffen es die Erdoelkonzerne, fast die Haelfte der Gemeinden im Block 23 zur Zustimmung zu ueberreden. In Jatun Molino, einer Ansiedlung nicht weit von Sarayaku selbst, kann daher ein Militaerstuetzpunkt eingerichtet werden.
Etwas spaeter legt die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) sogenannte medidas cautelares ein, d.h. von der ecuadorianischen Regierung wird dringend gefordert, Leben und Wohlergehen der BewohnerInnen von Sarayaku und ihr Territorium zu schuetzen. Im Dezember 2003 laufen diese ab, unter anderem deshalb wird schon vorher mit einem neuen Militaereinsatz gedroht.
Angriff in Canelos
Anfang Dezember soll es deshalb in Puyo, der Provinzhauptstadt, mehrere Tage Demos und Aktionen geben. Etwa 120 Menschen aus Sarayaku machen sich per Kanu auf den Weg nach Puyo. Am 5.Dezember werden sie nach zwei Tagen muehsamer Reise von etwa vierzig besoffenen Maennern aus Canelos angegriffen. Canelos ist eine der quasi gekauften comunidades, denen eingeredet wird, dass all die Versprechungen nur wegen des Widerstandes von Sarayaku noch nicht erfuellt wuerden. Resultat des Ueberfalles sind fuenfzehn Verletzte, von denen vier dringend ins Krankenhaus muessen. Eine Gruppe von vor allem Frauen, Alten und Kindern wird fuer mehrere Tage festgesetzt. Vereinzelt ziehen sich die meisten zu Fuss nach Sarayaku zurueck, einige wenige schaffen es, nach einem zweitaegigen Marsch durch den Dschungel nach Puyo zu gelangen. Weder Polizei noch Militaers greifen ein, weil es sich angeblich um einen Streit zwischen zwei Staemmen handelt, und ermoeglichen nicht einmal das Durchkommen eines Krankenwagens.
Nach diesen Vorfaellen werden die medidas cautelares fuer ein weiteres halbes Jahr verlaengert. Dennoch geht die Repression weiter.
Ueberfaelle und Drohungen
In der Nacht des 29. Februar 2004 wird Marlon Santi, der Sprecher von Sarayaku, in Quito von Unbekannten ueberfallen. Er wird mit einem Revolver bedroht und mit den Worten: “Die aus Sarayaku werden alle vor die Hunde gehen!” mit dem Revolver in Nacken und Gesicht geschlagen. Ausserdem werden ihm Dokumente fuer die Interamerikanische Menschenrechtskommission sowie der Reisepass mit dem Visum gestohlen, ohne die er nicht zur Anhoerung nach Washington reisen kann.
In drei Tagen schafft er es muehsam, neue Papiere zu bekommen, und kommt gerade noch rechtzeitig zur Anhoerung am 3.Maerz. Der ecuadorianische Staat, der ebenfalls vorgeladen ist, schickt dagegen erst gar keinen Vertreter und stellt sich damit gegen die Interamerikanische Rechtsprechung.
Einen Monat spaeter, am 31. Maerz, taucht der oberste General der ecuadorianischen Armee, Octavio Romero, ohne jegliche Vorankuendigung in Sarayaku auf, begleitet von zwei stark bewaffneten Militaerpolizisten und zehn ebenfalls bewaffneten Offizieren. Nach eigenen Worten will er die Gemeinde kennen lernen, die BewohnerInnen verstehen es eher als Einschuechterungsversuch.
In der Diskussion mit ihnen, die ihn deutlich in die Schranken weisen, laesst er aber einige Sachen vom Stapel: “Wenn es keine Einheit und keine Freundschaft gibt, werden wir Militaers wahrscheinlich mit Gewalt eindringen muessen.” – “Wenn wir nicht zusammenarbeiten sondern weitermachen mit dieser Feindseligkeit, mit dieser Uneinigkeit, mit diesen radikalen Positionen, dann wird es Gewalt geben … Ich als Chef der Streitkraefte muss jeglicher Entscheidung der Regierung gehorchen.”
Am 22. April bietet die Armee einen Dialog an. Sarayaku lehnt dieses Angebot ab, solange der Militaerstuetzpunkt in Jatun Molino nicht zurueckgezogen und die Forderungen der CIDH erfuellt werden.
Am naechsten Tag, fruehmorgens um 5 Uhr 30, befindet sich der Anwalt José Serrano, der Sarayaku vertritt, auf dem Weg von Quito nach Puyo zu einer Besprechung mit den Vertretern der comunidad. Ploetzlich stellt sich vor ihm ein Auto quer und drei bewaffnete Maenner zwingen ihn zum Anhalten. Mit Schlaegen und Beleidigungen holen sie ihn aus dem Auto, druecken ihm eine Pistole auf den Arm und sagen: “Hoert auf zu nerven, verteidigt die indios aus Sarayaku nicht mehr, ansonsten werdet ihr tot sein!”
Drohender Militaereinsatz
Am 11.April 2004 wird in Garzayaku, etwa 200 km flussabwaerts von Sarayaku an der peruanischen Grenze, eine angebliche Guerrilla-Einheit gesehen. Am 17.April beginnt die Armee, mit ueber 300 Soldaten die ganze Gegend zu durchkaemmen. Am 30.April dringen Soldaten ins Zentrum der comunidad Yanayaku ein, einem unmittelbaren Nachbarn von Sarayaku und schon sehr weit von dem Ort entfernt, an dem angeblich die guerrilleros gesehen wurden. Mehrere Hubschrauber naehern sich unangekuendigt dem Dorf, schwer bewaffnete Soldaten springen heraus wie zum Angriff. Bei der Durchsuchung werden Jagdflinten und Speere beschlagnahmt. Vor allem scheint es um Einschuechterung zu gehen - besonders Kinder werden von der ganzen Aktion natuerlich traumatisiert.
Sarayaku beschliesst, die Armee nicht in ihr Territorium eindringen zu lassen – zu klar scheint ihnen die Strategie, mit dem Vorwand der Guerrilla-Bekaempfung die ganze Gegend zu militarisieren. Mit dem Verweis auf die Interamerikanische Menschenrechtskommission kann ein Eindringen bis heute verhindert werden.
Am 10.Mai wird jedoch das Haus des Mannes, der die Guerrilla-Gruppe gesehen hatte, von Unbekannten angezuendet. Fuer die Menschen aus Yanayaku und Sarayaku ist das vom Militaer selbst inszeniert, fuer die Militaers ein guter Grund, sich in der ganzen Gegend festzusetzen...
Was kann mensch dagegen tun?
Wirksamer als alle Protestpostkarten und Spenden scheint mir, sich ueber die eigene Beteiligung bewusst zu werden: Erdoel ist schliesslich in unserem taeglichen Leben tausendfach vorhanden - ob in Form von T-Shirts, Schuhen, Plastik, Asphalt oder Strom etc. etc. Und der Erdoelabbau richtet auch nicht nur in Ecuador verdammt viel Schaden an – ist ja nichts Neues: von Kriegen in Kolumbien, Irak, Tschetschenien bis hin zum Absterben allen Lebens in der Nordsee gibt es da eine lange Liste...
Auch die Verantwortlichen kann mensch boykottieren, z.B. die Westdeutsche Landesbank, die als Hauptfinziererin eine neue Riesenpipeline quer durch Ecuador verlegt hat (sog. OCP). Oder die Citibank, die z.B. in Kolumbien in Geschaefte mit Oelfirmen und Paramilitaers verstrickt ist. Und natuerlich die Oelriesen – einige der schlimmsten, die in Ecuador wueten oder gewuetet haben, sind z.B.: Shell, Texaco, Repsol-YPF, Maxus, BP, Esso, Agip, OMV, Arco, Occidental, Mobil, Elf u.v.a.m.
Ansonsten kannst du/ koennt ihr natuerlich auch kreativ werden und z.B. die ecuadorianische Botschaft anmalen oder fuer andere Aktionen nutzen:
Kaiser-Friedrich-Str. 90, 10585 Berlin (Wilmersdorf), Tel. (030) 238 62 17 / 347 87 108, Fax: (030) 347 87 126, E-mail:
kanzlei@botschaft-ecuador.org, www.botschaft-ecuador.org Weitere Infos:
-Karte der Erdoelkonzessionen in Ecuador (121 KB):
www.eine-welt-netz-nrw.de/html/regen/westlb/bild_01.htm
-Bericht ueber die Vorgeschichte von der Sarayaku-Seite (deutsch):
www.eine-welt-netz-nrw.de/html/regen/sarayacu/Situation.php
-Indymedia-Artikel vom Dezember 2003 (deutsch):
de.indymedia.org/2003/12/68959.shtml
de.indymedia.org//2003/12/70278.shtml
-Eigene Seite von Sarayaku, sehr ausfuehrlich(spanisch und englisch). Hier kann mensch auch Protestbriefe an Firmenchefs und ecuadorianische Regierungsmitglieder finden und verschicken:
www.sarayaku.com
-Erdoelabbau weltweit (spanisch, englisch, franzoesisch):
www.oilwatch.org.ec
-Erdoelfoerderung und Widerstand in Ecuador (spanisch):
www.nopetroleo.net
-Acción Ecológica in Quito (spanisch):
www.accionecologica.org
Ihr koennt auch mich fragen, ich habe eine Zeitlang bei Acción Ecológica in Quito gearbeitet - einfach in den Kommentarteil schreiben.
Und hier noch ein Text von einem Yachak ("Schamanen") aus Sarayaku - zuerst meine Uebersetzung, weiter unten auf Spanisch (Original):
Botschaft der Yachaks (“Schamanen”) von Sarayaku
Lasst uns das Leben lieben, die Natur ist Leben
Im Lauf unserer Existenz sind wir verantwortlich fuer all das, was die Natur uns angeboten hat, um es vernuenftig zu nutzen und damit in Harmonie fortbestehen zu koennen. Es ist vollkommen unsere eigene Verantwortung, in einer gesunden Umwelt zu leben, und das bedeutet, sich einer guten koerperlichen und geistigen Gesundheit zu erfreuen.
Alles was auf der Welt existiert hat einen Grund zu existieren. Die natuerlichen „Rohstoffe“ sind keine Ausnahme, das Erdoel ist keine Ausnahme. Fuer viele Menschen mag das, was ich sagen werde, poetisch oder unrealistisch klingen – aber das ist nicht so: Das, was ich sagen werde, ist wirklich, so wirlich wie das Leben selbst.
Die Natur ist lebendig, die Fluesse, Seen, Waelder, Baeume und all das, was in der Natur existiert, lebt. Sie anzugreifen bedeutet, unueberlegt ein nicht wieder ausgleichbares Ungleichgewicht herzustellen und den normalen Verlauf des Lebens zu aendern. Und da beginnen die Naturkatastrophen, die sich viele nicht erklaeren koennen. Fuer uns sind sie erklaerbar, denn das ist die Art, in der Mutter Erde (Pachamama) sich wehrt und die tauben Ohren bittet, gehoert zu werden.
In den 80 Jahren meines Lebens habe ich viele Veraenderungen gesehen. Das, was wir heute verteidigen, ist nicht das, was frueher existiert hat. Damals wurde durch die Ankunft von Shell schon ein Teil unserer Natur zerstoert. Mit Trauer sahen wir wie viele Arten ausstarben, die wir heute nicht mehr finden koennen. In den Seen fanden wir die riesigen Anacondas, die Delfine, die Suesswasserrobben und Kaimane tot. Stueck fuer Stueck suchten die Wesen der Fluesse und Waelder Schutz, sie sind gerade erst dabei, langsam zu genesen. Die weise Mutter Natur stellt sich wieder her, aber das braucht viele Jahre, und vielleicht wird man die Arten, die frueher existierten, nicht mehr wiederfinden.
Das Erdoel, das wegen seines Geldwertes so sehr geschaetzt wird, ist nicht mehr und nicht weniger als das Blut, das der Mutter Erde Leben gibt. Jetzt wird versucht, dem Koerper das Blut zu entziehen und im Tod zu leben. Es ist nicht logisch, die Natur bluten zu lassen und zu erwarten, dass sie nicht reagiert. Aber diese Logik funktioniert vielleicht nicht mit denen, die um jeden Preis das Erdoel abbauen wollen. Was wird ihnen denn alles Geld der Welt nutzen, wenn sie damit ihrem eigenen Unglueck und ihrem Tod entgegen gehen. Oder sind etwa die grossen Gebaeude, die grossen Villen immun gegen die Reaktionen der Natur? Werden die Erdbeben, die Vulkanausbrueche, die Ueberschwemmungen, die Unwetter nicht auch sie treffen? Ich glaube, dass wir, wenn es zu spaet ist, merken werden, dass die Menschheit sich geirrt hat und sich selbst zerstoert, aber es wird zu spaet sein.
Viele junge Leute, die noch nicht genug gelebt haben um zu lieben was sie sind, glauben, dass es einfach waere, ueber das Leben zu bestimmen. Oder weil sie ausserhalb gewesen sind, dass sie ueber das Leben im Inneren der comunidades bestimmen koennen ohne nach der Meinung der Aelteren zu fragen. Sie merken nicht, dass sie damit ihr eigenes Unglueck schaffen. Es ist wichtig, in Wuerde zu leben, das heisst, Gewissen und feste Prinzipien zu haben. Viele junge Leute wollen die Erdoelfoerderung und verhandeln im Namen der ganzen comunidad, angeblichum die Entwicklung der comunidad zu foerdern. Leider merken wir, dass viele dieser Leute nicht die geringste Idee haben, welche Entwicklung sie wollen. Was sie tun, ist etwas nachzumachen und dabei die eigene Identitaet und Wuerde zu verlieren.
Der Identitaetsverlust hat viele Formen, aber der schlimmste Verlust ist gegen die Urspruenge zu verstossen, wo wir herkommen und wofuer wir da sind. Jemand kann ueberall auf der Welt sein, respektvoll mit anderen Voelkern zusammenleben, und dennoch nicht seine Identitaet verlieren, wenn er ein Bewusstsein hat, wer er ist.
Damen und Herren, ich bitte Sie eindringlich, helfen sie uns das Leben und die Menschheit zu schuetzen, indem Sie die Erde und Mutter Natur respektieren. Wenn jeder Mensch ein Koernchen beitraegt, wird das ausreichen und das Leben wird weitergehen.
Sabino Atanacio Gualinga Cuji
Sprecher der Yachaks der Kichwa-comunidad Sarayaku
MENSAJE DE LOS YACHAKS DE SARAYAKU
AMEMOS LA VIDA, LA NATURALEZA ES VIDA
En el transcurso de nuestra existencia somos responsables de lo que la naturaleza nos ha brindado para que utilicemos de manera racional y podamos subsistir armónicamente, es de nuestra absoluta responsabilidad vivir en un ambiente sano lo que implica vivir gozando de buena salud física y mental.
Todo lo que existe en la humanidad tiene una razón de existir, los recursos naturales no son la excepción, el petróleo no es la excepción, para muchos individuos lo que voy a decir podría sonar poético e irreal, no es así, lo que voy a decir es real tan real como la vida misma.
La naturaleza tiene vida propia, los ríos, lagos, montañas, árboles y todo lo que existe en la naturaleza tiene vida propia, atentar contra ellas significa ocasionar imprudentemente un desequilibrio irreversible y cambiar el transcurso normal de la existencia, y empiezan los desastres naturales para muchos inexplicables, pero explicables para nosotros, esa es la manera de cómo protesta LA MADRE NATURALEZA pidiendo a oídos sordos ser escuchada.
En mis 80 años de vida he visto muchas transformaciones, lo que hoy defendemos no es lo que existía antes, en ese tiempo con el ingreso de la compañía Shell ya se depredó parte de nuestra naturaleza, con dolor observamos como se extinguía muchas especies, que hoy no les encontramos, en los lagos encontrábamos muertos las inmensas anacondas, delfines, los lobos de agua dulce, caimanes y poco a poco los seres de los ríos y las montañas buscaron refugio, recién se encuentran en recuperación porque, la sabia Madre Naturaleza vuelve a recuperarse pero esto conlleva muchos años y talvez las especies que antes existían ya no se vuelvan a encontrar.
El petróleo tan codiciado por su valor económico monetario es nada mas y nada menos que la sangre que da vida a la Madre Tierra y su naturaleza, ahora se intenta sacar la sangre de su cuerpo y vivir en la muerte, no es lógico desangrar a la madre tierra y pedir que la naturaleza no reaccione , pero esta lógica posiblemente no funciona con los que a cuesta de todo quieren explotar el petróleo, de que les va a servir todo el dinero del mundo si van camino a su propia desdicha y muerte, será que los grandes edificios, las grandes mansiones son inmunes a la reacción de la naturaleza, será que los terremotos, las erupciones volcánicas, las inundaciones, las tempestades no les afectan, me imagino que cuando sea demasiado tarde nos daremos cuenta que la humanidad se equivoco y se autodestruyo pero ya será tarde.
Muchos jóvenes, que aún no han vivido lo suficiente como para amar lo que son, creen que decidir sobre la vida es fácil, o que por haber salido afuera pueden decidir sobre la vida interna de las comunidades sin pedir la opinión de los ancianos, no se dan cuenta que labran su propia desdicha, vivir dignamente es importante, eso implica tener conciencia y principios sólidos, lamentablemente nos hemos dado cuenta que en muchos jóvenes que piden que ingrese las petroleras y toman el nombre de las comunidades, diciendo que van a contribuir al desarrollo de las comunidades no tienen la mínima idea de que desarrollo quieren, lo que pretender es copiar algo perdiendo la identidad y la dignidad.
La perdida de identidad tiene muchas formas, pero la peor perdida es atentar contra los principios de quienes somos y para que estamos, una persona puede estar en cualquier parte del mundo, interrelacionarse con respeto con otros pueblos y aún así no pierde su identidad cuando es conciente de quien es.
Señores les solicito encarecidamente, ayúdenos a cuidar la humanidad, respetando la tierra y la madre naturaleza, si cada individuo pone un granito de su parte será suficiente y la vida continuara.
Sabino Atanacio Gualinga Cuji
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Ergänzungen
reisender auf kontaktsuche
wie du vielleicht aus meinen anderen artikeln
erfahren hast, bin ich auf der reise durch
suedamerika und werde auch (wenn auch erst
in ein-zwei monaten) in ecuador landen.
wie du selber vielleicht weisst, ist mensch,
als reisender, immer froh ueber jeden
kontakt, sprich ansprechpartner vor ort.
daher wuerde ich dich bitten, wenn du
dort welche hast, mir doch eine email
zu schreiben, ist besser als indymedia als
forum zu missbrauchen.
meine email lautet
auch wenn du keine kontaktperson dort fuer
mich hast, faende ich es schoen, mit dir
in kontakt zu kommen, um mehr ueber die
situation vor-ort zu erfahren.
vielen dank im vorraus,
barbarossa
kontakt zu österreich
ich bin seit geraumer zeit daran in österreich eine diskussionsplattform, forum oder wie auch immer du das nennen willst, über die aktivitäten der OMV (Österreichische mineralökverwaltung) in Ecuador aufzubauen.
wenn du interesse zum informationsastausch hast, bitte ich dich mich über
zu kontaktieren!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
rot-grüne Diebe — icke
Augen zu und durch — Zado der Boss