Proteste gegen Bush in Asien
Hauptsächlich dürfte es Bush auf seiner Fernostreise darum gegangen sein, sich bei seinen Verbündeten für die Treue im "Anti-Terror-Kampf" zu bedanken, sowie Zuckerwürfel für ein Fortsetzen derselben zu verteilen. Natürlich traf er sich während dieser Zeit nur mit Führern und wird von den Protesten kaum etwas mitbekommen haben. Die grosse Mehrheit der südostasiatischen Bevölkerung, inklusive Australien, ist nicht mit der von Bush praktizierten Politik einverstanden. Ein am 1. Oktober an das Abgeordnetenhaus in Washington herausgegebenes Empfehlungsschreiben von der "Advisory Group on Public Diplomacy for the Arab and Muslim World" verdeutlicht, dass es mit den diplomatischen Beziehungen der USA vor allem zur arabisch-moslemischen Welt schlechter steht denn je. Zwar traf sich Bush mit Vertretern zweier moderater islamischer Organisationen, jedoch dürfte das angesichts der anhaltenden Aggressionen gegen Länder wie den Irak und Afghanistan, sowie die aktive Unterstützung bei der Bekämpfung der Abu Sayaf-Rebellen auf den Phillipinen keinen grossen Unterschied machen. Einen Besuch auf dem letztwöchigen Treffen der "Organization of the Islamic Conference" in Malaysia lehnte Bush trotz der damit verbundenen Chancen auf Verständigung mit der islamischen Welt ab.
Händeschütteln, Lächeln für die Kamera, eine Beschwichtigung des malayischen Premier für die scharfe öffentliche Kritik der USA an seinen Äusserungen über Juden und die etwas ausgeleierte Beschwörung der Vorteile des 'freien und fairen' Handels waren Teil der Show. Doch eigentlich ging es, wie man der präsidialen Homepage whitehouse.gov entnehmen kann, bei diesem Wirtschaftstreffen vorrangig um eines: to discuss the war on terror. Wieder und immer wieder, als bekäme man im Weissen Haus so langsam Angst, die Welt beginne damit ihre Lust am "Anti-Terror-Krieg" zu verlieren. Ausser der Verantwortung über eine Unzahl von menschlichen Opfern und einer steigenden anti-amerikanischen Gesinnung in weiten Teilen der Welt haben die Amerikaner bisher nicht viel von diesem Kreuzzug gehabt. Und spätestens wenn die USA in einigen Jahren wieder aus dem Irak vertrieben werden, dürfte die diplomatische Stellung dieser Militärmacht auf einen historischen Tiefpunkt sinken.
Weitere Infos zu den Protesten gegen Bush:
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
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