Schweizer Antifa verhindert Neonazi-Parteitag
Antifaschistische Gruppen aus dem Raum Bern und anderswo liessen mit einer Platzbesetzung den Weiterleitungs-Treffpunkt für den Parteitag der für die Nationalratswahlen kandidierenden rechtsextremen Partei PNOS (Partei national orientierter Schweizer) platzen. Dabei wurden Unmengen an rassistischem Propagandamaterial und heiklen Adresslisten mit Namen und Wohnadressen von bekannten alten und jungen Neonazis aus CH, BRD, A, etc. "beschlagnahmt".
Weitere Links:
Parteitag der rechtsextremen PNOS im Bernbiet geplatzt
http://www.indymedia.ch/de/2003/08/13131.shtml
(Schweizerische Depeschenagentur SDA)
http://www.pnos.ch
Die Partei national orientierter Schweizer (PNOS)
(die lenken von der ganzen Pleite ab...)
Links zu Antifaschistischen und antirassistischen Gruppen
http://www.akdh.ch
http://www.aufbau.org
http://www.antifa.ch
http://www.buendnis-gegen-rechts.ch
http://www.gra.ch
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Parteitag der rechtsextremen PNOS im Bernbiet geplatzt
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Hasle bei Burgdorf (Schweiz), 9.8.2003
Parteitag der Partei National orientierter Schweizer (PNOS) massiv gestört oder gar verhindert!!
Liebe Medienschaffende
Die Partei der strammen Rechte wurde im Jahre 2001 gegründet. Bekanntestes Mitglied der Partei ist der bekennende Holocaust-Leugner Bernhard Schaub. Zwei Jahre nach ihrer Gründung wagen die Nazis vermehrt den Schritt an die Öffentlichkeit. Alljährlich am ersten August mobilisieren rechte Skinheads zur Feier auf der Rütli-Wiese. So vermochte die rechtsextreme Szene dieses Jahr über 400 KameradInnen zum Marsch auf das Rütli zu bewegen.
Die PNOS mobilisierte kräftig mit und mauserte sich mit Bernhard Schaub in Brunnen als Redner als Sprachrohr der rechten Szene. Auf der Rütli-Wiese wurden die strammen Rechten gar als ?wahre Patrioten? und brave Bürger gefeiert. Eine kritische Auseinandersetzung erfolgte erst am nächste Tag in den Medien, wobei die Kritik die rassistische und fremdenfeindliche Weltanschauung der Neonazis ausblendete.
Ihre menschenverachtende Gesinnung hält sie nicht davon ab an den kommenden Nationalratswahlen teilzunehmen. Die gutgesinnte Stimmung der bürgerlichen Patrioten auf dem Rütli gegenüber den Naziskins zeigt, dass die Gefahr der extremen Rechte verharmlost und zum Teil gezielt verschwiegen wird.
Im Jahr 2002 trafen sich über 100 Naziskins zum Parteitag der PNOS. Heute sollte ein weiterer Parteitag stattfinden. Doch dies wusste die antifaschistische Bewegung zu verhindern.
Die Geheimniskrämerei der PNOS nützte wenig: Dank antifaschistischer Recherche konnte der Treffpunkt der Rechtsextremen ausgemacht werden. Daraufhin wurden gegen hundert AntifaschistInnen zum Treffpunkt der PNOS mobilisert. Wir trafen gegen 12.42 in Hasle-Ruegsau ein und vertrieben die bereits anwesenden rechtsextremen ParteiführerInnen. Unter den in die Flucht getrieben Neonazis befanden sich auch der ideologische Führer der PNOS, Bernhard Schaub. Da der Treffpunkt der Rechtsextremen von AntifaschistInnen besetzt wurde, konnte der Parteitag der PNOS erheblich gestört oder gar verhindert werden.
Die PNOS FührerInnen waren derart von unserem Erscheinen überrascht, dass sie prompt zwei Autos auf dem Parkplatz zurücklassen mussten. Diese Autos, darunter dasjenige Auto von Berhard Schaub persönlich, wurden selbstverständlich umgehend auf rassistisches und neo-nationalsozialistisches Propaganda-Material untersucht. Und wir wurden mehr als fündig:
Im Auto von Bernhard Schaub fanden wird folgendes Material:
- sein privates Adressbuch mit 339 Adressen
- sein Handy mit über 250 gespeicherten Telefonnummern
- Pass und ID (Bernhard Schaub besuchte mehrmals die DDR)
- CD der Marschmusik der Waffen-SS (Journalisten der Berner Zeitung können der Fund dieser CD bestätigen)
- Liederbuch des Freibundes
- Agenda 2003
- Protokolle vergangener Sitzungen
- Propagandamaterial der NAPO (Nationale Ausserparlamentarische Oppisition)
- unzählige Broschüren ?Reich Europa? von Bernhard Schaub
- Flugblatt (ist dem Mail angehängt)
Interessant an dem konfiszierten Material ist, dass an diesem Parteitag unzählige Broschüren der NAPO hätten verteilt werden sollen. Schaub, der ideologische Führer der PNOS, fungiert als Ansprechsperson für die NAPO. Eine Spaltung innerhalb der PNOS ist absehbar.
Mit dem umfangreichen Material können wir beweisen, dass die PNOS engen Kontakt zu Nationalräten (v.a. Bernhard Hess, Nationalrat Schweizer Demokraten BE) und rechtsextremen Parteien und Organisationen aus dem Ausland pflegt. Dies muss allerdings zuerst ausgewertet werden und wir werden Euch gegen Ende der kommenden Woche eine ausführende Pressemappe zukommen lassen.
Fazit des Tages: Antifa macht Spass und das gefundene Material zeigt deutlich auf, dass Parteien wie die PNOS, auch wenn sie sich noch so gewaltfrei und demokratisch geben, klare Parallelen zu den Nazis im dritten Reich aufweisen.
antifaschistische gruppen
...........................................................
Flugblatt der Napo
Schweizer!
Unser Land ist in einer Gefahr, die vielleicht noch grösser ist als die Not von 1291, die zum Rütlischwur führte:
Wir leben unter der Herrschaft von gekauften Vögten, die mit Hilfe des Maulkorbgesetzes (Antirassismusgesetz) jede echte nationale Bewegung und jede Kritik an Ausländern und Juden zu unterdrücken versuchen.
Wir müssen zusehen, wie immer weniger Schweizer Kinder zur Welt kommen und dafür immer mehr Fremdrassige und Kulturfremde unser Land überschwemmen.
Wir scheinen dem Zerfall der schweizerischen Kultur und den Perversionen aller Art wehrlos ausgeliefert zu sein.
Unser herrlichen Landschaften werden in rasendem Tempo überbaut und zubetoniert.
Mit einem Wort: die heutigen Vögte machen unser Land und unser Volk kaputt und vekaufen es an die Fremden. Sie zerstören unsere Heimat!
So geht das nicht weiter! Wir Schweizer Patrioten von der NAPO lassen uns das nicht bieten.
Wir wehren uns und fordern:
Ausländerrückschaffung statt Einwanderung!
Fort mit dem Antirassismusgesetz und den Metzlerischen Erweiterungsplänen!
Eine stolze Eidgenossenschaft!
Ein Europa der Vaterländer statt der EU!
NAPO ? FÜR FREIHEIT, VOLK UND VATERLAND
Nationale Ausserparlamentarische Opposition der Schweiz
Kontaktadresse: Bernhard Schaub, Postfach, 8280 Kreuzlingen 1
Parteitag der Partei National orientierter Schweizer (PNOS) massiv gestört oder gar verhindert!!
Liebe Medienschaffende
Die Partei der strammen Rechte wurde im Jahre 2001 gegründet. Bekanntestes Mitglied der Partei ist der bekennende Holocaust-Leugner Bernhard Schaub. Zwei Jahre nach ihrer Gründung wagen die Nazis vermehrt den Schritt an die Öffentlichkeit. Alljährlich am ersten August mobilisieren rechte Skinheads zur Feier auf der Rütli-Wiese. So vermochte die rechtsextreme Szene dieses Jahr über 400 KameradInnen zum Marsch auf das Rütli zu bewegen.
Die PNOS mobilisierte kräftig mit und mauserte sich mit Bernhard Schaub in Brunnen als Redner als Sprachrohr der rechten Szene. Auf der Rütli-Wiese wurden die strammen Rechten gar als ?wahre Patrioten? und brave Bürger gefeiert. Eine kritische Auseinandersetzung erfolgte erst am nächste Tag in den Medien, wobei die Kritik die rassistische und fremdenfeindliche Weltanschauung der Neonazis ausblendete.
Ihre menschenverachtende Gesinnung hält sie nicht davon ab an den kommenden Nationalratswahlen teilzunehmen. Die gutgesinnte Stimmung der bürgerlichen Patrioten auf dem Rütli gegenüber den Naziskins zeigt, dass die Gefahr der extremen Rechte verharmlost und zum Teil gezielt verschwiegen wird.
Im Jahr 2002 trafen sich über 100 Naziskins zum Parteitag der PNOS. Heute sollte ein weiterer Parteitag stattfinden. Doch dies wusste die antifaschistische Bewegung zu verhindern.
Die Geheimniskrämerei der PNOS nützte wenig: Dank antifaschistischer Recherche konnte der Treffpunkt der Rechtsextremen ausgemacht werden. Daraufhin wurden gegen hundert AntifaschistInnen zum Treffpunkt der PNOS mobilisert. Wir trafen gegen 12.42 in Hasle-Ruegsau ein und vertrieben die bereits anwesenden rechtsextremen ParteiführerInnen. Unter den in die Flucht getrieben Neonazis befanden sich auch der ideologische Führer der PNOS, Bernhard Schaub. Da der Treffpunkt der Rechtsextremen von AntifaschistInnen besetzt wurde, konnte der Parteitag der PNOS erheblich gestört oder gar verhindert werden.
Die PNOS FührerInnen waren derart von unserem Erscheinen überrascht, dass sie prompt zwei Autos auf dem Parkplatz zurücklassen mussten. Diese Autos, darunter dasjenige Auto von Berhard Schaub persönlich, wurden selbstverständlich umgehend auf rassistisches und neo-nationalsozialistisches Propaganda-Material untersucht. Und wir wurden mehr als fündig:
Im Auto von Bernhard Schaub fanden wird folgendes Material:
- sein privates Adressbuch mit 339 Adressen
- sein Handy mit über 250 gespeicherten Telefonnummern
- Pass und ID (Bernhard Schaub besuchte mehrmals die DDR)
- CD der Marschmusik der Waffen-SS (Journalisten der Berner Zeitung können der Fund dieser CD bestätigen)
- Liederbuch des Freibundes
- Agenda 2003
- Protokolle vergangener Sitzungen
- Propagandamaterial der NAPO (Nationale Ausserparlamentarische Oppisition)
- unzählige Broschüren ?Reich Europa? von Bernhard Schaub
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Interessant an dem konfiszierten Material ist, dass an diesem Parteitag unzählige Broschüren der NAPO hätten verteilt werden sollen. Schaub, der ideologische Führer der PNOS, fungiert als Ansprechsperson für die NAPO. Eine Spaltung innerhalb der PNOS ist absehbar.
Mit dem umfangreichen Material können wir beweisen, dass die PNOS engen Kontakt zu Nationalräten (v.a. Bernhard Hess, Nationalrat Schweizer Demokraten BE) und rechtsextremen Parteien und Organisationen aus dem Ausland pflegt. Dies muss allerdings zuerst ausgewertet werden und wir werden Euch gegen Ende der kommenden Woche eine ausführende Pressemappe zukommen lassen.
Fazit des Tages: Antifa macht Spass und das gefundene Material zeigt deutlich auf, dass Parteien wie die PNOS, auch wenn sie sich noch so gewaltfrei und demokratisch geben, klare Parallelen zu den Nazis im dritten Reich aufweisen.
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Unser Land ist in einer Gefahr, die vielleicht noch grösser ist als die Not von 1291, die zum Rütlischwur führte:
Wir leben unter der Herrschaft von gekauften Vögten, die mit Hilfe des Maulkorbgesetzes (Antirassismusgesetz) jede echte nationale Bewegung und jede Kritik an Ausländern und Juden zu unterdrücken versuchen.
Wir müssen zusehen, wie immer weniger Schweizer Kinder zur Welt kommen und dafür immer mehr Fremdrassige und Kulturfremde unser Land überschwemmen.
Wir scheinen dem Zerfall der schweizerischen Kultur und den Perversionen aller Art wehrlos ausgeliefert zu sein.
Unser herrlichen Landschaften werden in rasendem Tempo überbaut und zubetoniert.
Mit einem Wort: die heutigen Vögte machen unser Land und unser Volk kaputt und vekaufen es an die Fremden. Sie zerstören unsere Heimat!
So geht das nicht weiter! Wir Schweizer Patrioten von der NAPO lassen uns das nicht bieten.
Wir wehren uns und fordern:
Ausländerrückschaffung statt Einwanderung!
Fort mit dem Antirassismusgesetz und den Metzlerischen Erweiterungsplänen!
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Ergänzungen
Über Schaub
Bernhard Schaub
geb. 1954 in Bern, Schweiz
Pseudonyme: Hans Herzog, E. Wolff
Bernhard Schaub
Lehrer für Geschichte und Deutsch bis Januar 1993 an der Rudolf-Steiner-Schule in Adliswill, bis Juli 1999 "pädagogischer Mitarbeiter" bei der Migros-Klubschule in Frauenfeld, Ostschweiz. Mitherausgeber und Autor der Zeitschrift "Aurora", Regensdorf, Sprachrohr der "Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der Zeitgeschichte (AEZ)", ein Zusammenschluss Schweizer Holocaust-Leugner, bestehend aus Jürgen Graf, Andres J. Studer und Arthur Vogt.[1] Schaub ist Funktionär und Chefideologe der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS), in deren Reihen sich zahlreiche gewaltbereite Skinheads finden. Für das Parteiorgan Zeitgeist schreibt er regelmäßig Kolumnen. Er ist nach Angaben des NPD-Blattes "Deutsche Stimme" der Verfasser des Parteiprogramms der PNOS.[2]
Im Oktober 1992 veröffentlicht Schaub ein Buch mit dem Titel "Adler und Rose", worin er den Genozid an den Juden im Zweiten Weltkrieg bestreitet und aus der einschlägigen holocaustleugnenden Literatur zitiert. Der Zweite Weltkrieg, so Schaub, sei ein Präventivkrieg Hitlers gewesen. Auch an antisemitischen Äusserungen fehlt es nicht, die Schweiz sei das "Ziel einer jüdischen Verschwörung, die eine "Neue Weltordnung" errichten wollen. Am 9. Mai 1994, versandte Schaub gemeinsam mit Arthur Vogt, Andres Studer und Jürgen Graf etwa 3.500 Kopien einer verkürzten Form des Rudolf Reports zusammen mit einem fünfseitigen Begleitbrief an Universitäts-Wissenschaftler, Politiker und die Medien.[3]
Im Januar 1995 referiert Schaub beim Collegium Humanum in Vlotho über "Die Krise des Reichsgedanken". Im Oktober 1995 Vortrag zum Thema "Das Menschenbild des Mittelalters" bei "ZeitenWende", Dresden. Sowohl die Broschüre "Adler und Rose" wie "Reich Europa" erscheinen im Verlag Zeitenwende in Dresden.[4]
1997 erscheint sein Artikel "Switzerland in the Grip of the 'Traditional Enemy'" im Journal of Historical Review, dem Organ der führenden amerikanischen Organisation der Holocaustleugner, dem IHR.[5]
1998 publiziert er nach längerer Pause in der Zeitschrift "Aurora" einen Artikel mit dem Titel "Die Schweiz in den Fängen der Internationalisten". Der tiefere Grund der "Kampagne" der "Eineweltler", so Schaub, sei "eine Welt, Eine Regierung. Eine (Misch-) Rasse, beherrscht von einem 'auserwählten' Volk, Ein Gott (Jahve) und Ein Kult: Das Holocaust-Gedenken. Das ist die wahre 'Neue' Weltordnung."[6] Dieser Beitrag erscheint auch in englischer Übersetzung bei der Website VHO ("Vrij Historisch Onderzoek"), für welche seit geraumer Zeit der steckbrieflich gesuchte deutsche Holocaust-Leugner Germar Rudolf verantwortlich zeichnet.
Im Juni 1999 geht Schaub wieder mal auf Vortragstournee und referiert beim "Müncher Bürgerverein". Der Verein wurde 1977 von dem einstigen SS-Mitglied Karl-Günter Stempel gegründet und ist dem näheren Umfeld des Deutschen Kulturwerks Europäischen Geistes (DKEG) zuzurechnen.
Ende 1998 hatte die Migros-Klubschule schulintern erklärt, dass Schaub entlassen wurde, nachdem man von seiner publizistischen Tätigkeit als Holocaust-Leugner Kenntnis erlangt hatte. Im Sommer 1999 zeigte sich jedoch, dass Schaub nach wie vor an der gleichen Einrichtung beschäftigt war. Unter anderem war er zuständig für die Betreuung von Kursleitern und für die Einstellungen von Lehrkäften. Schaub hatte in München ein höchst rassistisches Menschenbild und ein völkisches Modell des "Deutschen Reiches" skizziert. Die "Globalisten", so Schaub, hätten bereits zweimal in diesem Jahrhundert verhindert, dass in Deutschland ein starker Nationalstaat entstehe. Der Nationalsozialismus sei ein "großartiger Versuch" gewesen. Nachdem die Inhalte dieses Vortrags publik wurden, wird Bernhard Schaub aus dem Schuldienst bei Migros entlassen.[7]
Danach wird Schaub zu einem vielgefragten Redner bei Veranstaltungen rechtsextremistischer Organisationen. Im Dezember 1999 heißt ihn die rassistische Artgemeinschaft zu ihrem "Juleingangsfest" als Referent willkommen.[8] Anfang Februar 2000 gerät Schaub erneut in die Schlagzeilen der schweizer Presse, als er als Referent eines Neonazi-Treffens in Winthertur auftritt und sein Pamphlet "Reich Europa" vorstellt, 1998 im Verlag Zeitenwende von Sven Henkler erschienen. Veranstalter war die "Patriotische Jugend Winterthur". Neben einschlägig bekannten jungen Neonazis und Skinheads wurden auch ältere Jahrgänge hier gesichtet, so etwa der Basler Walter Stoll (Jahrgang 1922), ehemals Mitglied der Waffen-SS. Wegen der Verbreitung antisemitischer Hetzschriften wurde der 79-Jährige am 27. April 2000 zu einer bedingten Haftstrafe, d.h. auf Bewährung, verurteilt.[9]
Im Mai 2000 tritt Schaub bei einem Kolloquium der deutschen Sektion des "neu"rechten Netzwerkes "Synergies Européennes" als Redner auf. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Gruppe um die Vierteljahreszeitschrift "Hagal" und dem Collegium Humanum durchgeführt. Thema ist der "europäische Reichsgedanke". Hauptreferent ist der Belgier Robert Steuckers.[10] Auch für die Deutschen Synergien greift Schaub wiederholt zur Feder. Er schreibt über Julius Evola und zum Thema "Der Gral als europäisches Zentralsymbol".[11] Im Juli 2000 unternimmt er eine Vortragsreise in Sachsen, um über die "Hintergründe der germanischen Mythologie" zu referieren. Auch hier greift er demokratische Grundprinzipien wie das Gleichheitsprinzip an und schwadroniert über "Hintergrundmächte", welche mittels einer Weltdiktatur die Einebnung alles "Völkischen, Kulturellen, Eigenständigen, erstrebten.[12] Ende 2000 betreibt Schaub Weiterbildung in Sachen "germanische Mythologie" bei den sächsischen NPD-Kreisverbänden Delitzsch, Meißen und Löbau-Zittau.[13], im darauffolgenden Jahr trägt Schaub bei der NPD-Veranstaltung " Neue Kultur in nationalbefreiten Zonen" zu Nietzsche vor.[14] Im April 2001 wartet er mit einem Referentenbesuch bei der Bewegung Deutsche Volksgemeinschaft (BDVG) auf. Sein Thema lautet bei diesem Anlass: "Neue Werte für Europa".[15] Am 13. Oktober 2001 ist er erneut Gast der BDVG im sächsischen Gaußig, wo er über den "Volksstaat der Zukunft" vorträgt. Im Rahmen dieser Veranstaltung war auch ein Konzert mit dem wegen Volksverhetzung verurteilten Frank Rennicke angekündigt.[16] Wie der "blick nach rechts" berichtete, plädierte Schaub in seinem Vortrag für "Auswanderungsgesetze für fremde Menschen" und das "Verbot geheimer Logen".[17]
Das Bündnis Rechts kündigte in einem Rundbrief vom 2. April 2002 die gemeinsame Teilnahme Schaubs mit Horst Mahler als Referent bei einer Saalveranstaltung am 12. April an. Die Veranstaltung werde von einem breiten Bündnis rechtsextremer Gruppen organisiert und soll im Raum Pforzheim stattfinden, so das Bündnis Rechts. Genannt werden die Bewegung Deutsche Volksgemeinschaft (BDVG), das Bündnis Rechts (BR), die Deutsche Liga für Volk und Heimat (DLVH), der NPD-nahe Verein "Ein Herz für Deutschland", der Freundeskreis Franz Schönhuber, die NPD, ein Süddeutscher Bund für Heimat und Leben sowie "weitere Gruppen und Initiativen der nationalen Opposition in Baden-Württemberg".[18] Der NPD-Kreisverband Sächsische Schweiz kündigt den "Kameraden" Schaub als Redner bei einer Veranstaltung am 13. Oktober 2002 an und schreibt: Wir hoffen alle Kameraden der NPD, der JN und der freien Kräfte finden sich an diesem Tage ein, da der Kamerad Schaub für seine sehr anschaulichen und interessanten Vorträge bekannt ist."[19]
Im Mai 2003 referierte Schaub bei einem Wochenendseminar in Niederbayern über "Runen und Germanische Mythologie". Die Veranstaltung wird auf auf den Webseiten der NPD angekündigt, die Anmeldungen nahm die NPD-Funktionärin Gisela Böhmer per Handy entgegen.[20] Bei der Bundestagswahl 2002 stand sie auf Platz 10 der bayerischen NPD-Landesliste.
Schaub trat bereits im darauffolgenden Monat wieder bei einer NPD-Veranstaltung vor das Rednerpult. Der Deutsche-Stimme Verlag veranstaltete in der Nähe von Leipzig seinen "1. Freiheitlichen Kongreß" zum Thema "Vision Europa - Kampf und Wiedergeburt". Schaub skizzierte darin seine Vision einer "Europäischen Eidgenossenschaft" als "einheitliches europäisches Großreich, welches "äußeren Feinden" wie der "amerikanischen Ostküste" entgegentreten könne. In seiner Rede verunglimpfte er die Demokratie als "Demokratismus", die Menschenrechte, die von einer Gleichheit der Menschen ausgeht, sowie den "Liberalkapitalismus".[21]
Durchaus skandalträchtig ist Schaubs Auftritt vom 13. Juni 2003 in der Stadt Senden in Baden-Württemberg. Denn die Räume im Haus des Bayerischen Roten Kreuzes wurden durch die städtische Verwaltung an den Vorsitzenden des Neu-Ulmer NPD-Kreisverbandes, Stefan Winkler, vermietet. Der Auftritt des schweizer Rechtsextremisten wurde durch Recherchen der Antifaschistischen Aktion Ulm/Neu-Ulm bekannt, fand jedoch keine Resonanz in der lokalen Presse. Am gleichen Tag trat Schaub bei einer Demonstration gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" in Schwäbisch-Hall auf. Federführend bei der Organisation war die BDVG. Als weitere Redner waren Christian Worch und Lars Käpplerangekündigt.[22]
MC
Anmerkungen:
1. Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA): Chronologie
2. Deutsche Stimme: 1. Freiheitlicher Kongreß, Juni 2003,
3. Jürgen Graf: Auferlegung eines Schuldkomplexes: Die sozialen und politischen Auswirkungen der Holocaust-Kampagne auf das heutige Europa, The Journal of Historical Review, Ausgabe November/Dezember 1995
4. Meldungen im bnr 10/98 S.16, 21/99 S.14
5. Bernhard Schaub: Switzerland in the Grip of the 'Traditional Enemy', Journal of Historical Review, Vol.16 No. 4 (July/August 1997), p.32
6. Bundesinnenministerium (Hg.): Verfassungsschutzbericht 2000, S.96
7. Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA): Chronologie 1999
8. Meldung im bnr 25-26/99 S.19
9. Andreas Mösli: Nazi-Szene organisiert sich wieder, Tages-Anzeiger, 8.2.00
10. Jean Cremet: Traum von Eurasien, bnr 10/00 S.5
11. Bernhard Schaub: Ausbruch aus den Ideologien, SYNERGON-Forum, 2. Ausgabe
12. Wolfgang Schüler: Die Yggdrasil als germanischer Kosmos, DS 7/00, Juli 2000
13. Anton Maegerle: Vielgefragter Redner, bnr 1/01, S.12; s.a. Katharina Heidemann: Religiöse Traditionen als Wegweiser aus der Misere, Deutsche Stimme 10/01,
14. NPD-Website,
15. Webseiten der BDVG, eingesehen am 28.6.01
16. Gamma (Online-Ausgabe), hrsg. Antifa Infotelefon Leipzig, Ausgabe 28/01 - 16. Oktober 2001
17. Meldung im "blick nach rechts", Nr. 23/02, S.14
18. Rundbrief Bündnis Rechts vom 2.4.02
19. Website
20. NPD-Website Rubrik "Termine", eingesehen am 18.6.03
21. Deutsche Stimme: 1. Freiheitlicher Kongreß, Juni 2003,
22. E-Mail-Aufruf der BDVG vom 12.6.03
Weiterführende Literatur:
* Peter Niggli, Jürg Frischknecht: Rechte Seilschaften. Rotpunktverlag Zürich, 1998. ISBN 3-85869-165-8
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
super! — iche
scheinerfolg — toto