Blockade zwischen Annemasse und Evian
Nachdem wir morgens um 4:30 losliefen stießen wir nach ca. 1 Std auf ein paar Polizisten, die die Straße zu blockieren schienen. Sie zogen sich jedoch, nachdem der Zug von Demonstranten nach kurzem Zögern weiterlief, schnell zurück. Nach einer weiteren 1/2 Std. trafen wir dann auf eine Reihe von ca. 50 bis 60 Polizisten, die sofort zwei Warnschüsse mit Leuchtspurmunition abschossen und dann ohne weitere Warnung Tränengas in die Menge schoss. In Panik zogen sich die ca. 2000 bis 3000 Demonstranten ersteinmal zurück. Leider trieb der Wind das Gas immer mit uns, sodass wir lange Zeit und unvorbereitet dem Gas ausgesetzt waren. Ein paar flüchteten auch auf die Wiesen links neben der Straße (siehe Bilder). Sofort schoss die Polizei auch Tränengas auf die Wiese. Glücklicherweise änderte sich die Windrichtung und das Gas zog zurück zu seinem Ursprung. Nun begannen einige Demonstranten eine Blockade auf Materialien, die sie z.T. aus dem Camp mitgeschleppt hatten (Absperrgitter und Baumstämme) und z.T. aus dem benachbarten Dorf (Paletten) eine Barrikade zu errichten, die sie später auch noch in Brand setzten. Einige Demonstranten, die gut auf Tränengas vorbereitet waren (Tücher mit Wasser und Zitronensaft vor dem Gesicht und auch richtige Gasmasken), blieben in den Gaswolken und kickten sogar die Gaspatronen weg. SO konnten sich die anderen etwas weiter hinten beraten. Einige Demonstranten versuchten über das Dorf parallel vorzustoßen. Doch auch im Dorf warteten Polizisten, die sogar dort nicht davor zurückschreckten Tränengas einzusetzen. Etwas später setzte die Polizei auch noch Schockgranaten ein (verdammt laut!) und fuhren einen Wasserwerfer auf. Es wurden einige Steine geschmisse. Einige Demonstranten konnten sogar durch gutes Zureden und Überzeugen erreichen, dass Steine zurückgelegt wurden. Die Blockade, welche ihr eigentliches Ziel (ein Autobahnkreuz) nicht erreicht hatte, dauerte bis ca. 13:00. Es kam auch noch zu Wasserwerfe einsatz, jedoch nur nur abschreckung in die Luft.
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Ergänzungen
Irrglaube!!!
Eher das Gegenteil ist der Fall!
Also: Mehrer Tücher mitnehmen und keinerlei Cremes und Zitronensaft!!!
Blockade war am 01.06.03
Steine zurücklegen
Offenbar versteht sich www.sozialismus.de als Interessenverteter der Schägerbullen!
blockade war bereits am sonntag
Erfolg...
Es ist halt an der Zeit Großdemos mit vielen kleinen Aktionen, Blockaden zu vernetzten nur so haben wir Erfolg.
Welche Aktionsform der einzelne wählt muß er selbst entscheiden. Hauptsache Aktion.
Zu der Tränengas-Zitronen Debatte: Ich weiß nicht auf wie vielen Seiten man unterschiedliche Sachen lesen kann.
Ich habe auf dieser Blockade Zitronensaft verwendet und es hat definitiv geholfen!
realmedia video yur blockade
zitronensaft
die blockade war wirklich ein erfolg, da die übersetzer nich nach evian fahren konnten, obwohl wir die kreuzung nich direkt besetzt hatten, war es doch zu gefährlich die leute über die kreuzung zu bringen, weil sie dann in sichtweite wären der blockierer wären, und eine sofortige attacke der bullenlinie provoziert hätte...
alles in allem war die blockade einfach klasse, da der zuspruch aus der bevölkerung einfach überragend war, so hat eine ältere frau sich mit ausgebreiteten armen vor die bullen gestellt und mit ihnen diskutiert, hinter her meinte sie noch wenn die bullen an ihrem haus vorbeikämen würde sie ihre blumentöpfe nach ihnen werfen :-) außerdem haben im dorf einige dorfbewohner mit wasser ausgeholfen...
jemus
schutz vor tränengas:
für nähere infos insbesondere zur versorgung von menschen die chem. kampfstoffen ausgesetzt waren empfehle ich die lektüre von
@ Horst
nur weil du es nicht kannst, heisst das noch lange nicht, dass es nicht hilft!
zitronensaft
1. Ja, Zitronensäure gibt einem/r kurzzeitig Linderung gegen CN/CS-Gas.
2. Aber mit dem Zitronensaft wird der menschliche Körper darüber hinweggetäuscht, wieviel CS/CN sich schon in den Atemwegen bzw. am/im Körper angereichert hat. Deswegen ist es mit Zitronensäure auch nicht mehr möglich zu erkennen, wenn die CS/CN-Konzentration zu stark, ggf. lebensgefährlich wird (u.a. Lungenödem möglich, ist ja schließlich auch als Kampfgas der Armee zur Aufstandsbekämpfung entwickelt worden). Deswegen ist es auch so gefährlich, sich mittels Zitronensäure schützen zu wollen: ganz schnell ist die Dosis an CN/CS überschritten und dann kollabiert der Körper - und dann ist schnelle medizinische Hilfe angesagt - in Demo-Situationen eher eine seltene Dienstleistung.
Der beste Schutz gegen CS/CN ist (neben professionellen Gasmasken ;) ) ein Tuch und Wasser zum Augenausspülen. Allgemein gilt: Mit Handschuhen oder Lappen die heißen Gas-Kartuschen außer Reichweite der Gruppe befördern und Verletzte/Menschen mit Atemschwierigkeiten aus dem Gasnebel schnellstens wegschaffen. Die Konzentration der Kampfstoffe ist in Bodennähe übrigens am höchsten (da schwerer als Luft), daher besonders auf Menschen achten, die gestürzt sind.
Beim Wegkicken noch ein Hinweis, der gerade auch für Frankreich und die Schweiz wichtig ist: häufig werden Gaskartuschen in Kombination mit Concussion Granates benutzt (also Hohlkörpergranaten, die eine starke Druckwelle erzeugen); Verwechslungen können beim Wegkicken/-werfen schwere Verletzungen hervorrufen, da durch die Druckwelle Gliedmaßen abgetrennt werden können (s. Ende der 1970er die Proteste gegen den Schnellen Brüter in Malleville, wo ein AKW-Gegner von einer Granate der CRS getötet wurde).
Die ersten Verletzungen mit Concussion Granates gab es ja jetzt zum G8 in Evian schon - wie schon gesagt: ist eigentlich Kriegsmaterial, also obacht!
Weitere Infos zum Schutz vor polizeilichen Waffen und "Hilfsmittel" findet ihr in der sehr empfehlenswerten Broschüre der Demo-Sanis (auch als pdf im Internet unter:
Also: Augen aufhalten, aufeinander achten und mal wieder den 1.Hilfe-Kurs auffrischen.
Soviel zum Thema "Gesundheit". Zum Thema Rechtshilfe kann ich nur einen Blick unter
Schafft Rote Hilfe!
mehr zum Thema Tränengas
saft
Tränengas
In ihrer Not an diesem Pfingstwochenende versetzte die Polizei das Wasser in den Werfern derart mit CS, daß ein weißer Schaum vom Himmel regnete, der sich zu ca 1,50m hohen Bergen türmte. Bereits an Ostern ist ein Asthmatiker gestorben, der sich den Riots nicht näher als 500m genähert hat und dann sofort wieder zur Heimkehr schritt. Für Pfingsten weiß ich definitiv von einem Atemstillstand, wo die betreffende Person allerdings wieder reanimiert werden konnte. Es wurde in Zukunft darauf geachtet, daß immer ein mobiles Sauerstoffgerät bei Demonstrationen im Einsatz an den Brennpunkten ist (ist höllisch schwer).
Das CS-Gas ist nicht nur ätzend, sondern auch krebserregend, weshalb mir ganz schön mulmig wird, wenn 100e Leute stundenlang im Tränengasnebel herumlaufen.
Was wir hier zudem noch in Bodenproben feststellen konnten, war eine sehr hohe Konzentration an Blausäure, einem Zerfallsprodukt. Mensch sollte die Leute in dem Dorf unbedingt aufklären, daß sie ihren selbstangebauten Salat dieses Jahr lieber doch nicht essen sollten!
Eine offizielle Untersuchung der Gaseinsätze hat es nie gegeben, die Resultate der Bodenproben, die von dem Naturschutzwart des Landkreises vorgenommen wurden, weggewischt.
@ marat&kumpanei (die steine zurücklegen)
hinter www.sozialismus.info steckt die sav, und die
sagt, das bullen doch auch nur "arbeiter" in uniform seien!
sie glauben wirklich, diese seien auch nur vom staat ausgebeutete die man für eine revolution überzeugen könne!
EKELHAFT!
@dabeigewesener
dann heul rum, wenn du merkst, das ich nicht unrecht hatte...
is doch echt zum kotzen, dass man hier angekackt wird, obwohl man nur nen tipp geben wollte...dann lebt einfach mal alle in eurer traumwelt weiter...
Erfolg oder nicht
Meiner Meinung nach war die Blockade leider kein Erfolg. Die straße. die Blockiert wurde hatte keine Bedeutung. Wichtig war lediglich die Kreuzung, die die Polizisten ohne Probleme verteidigten. Über "unsere" Strße kam kein Beudeutender Transport.
Ich bin jedoch der Meinung, dass die Blockade Aktion auch anders hätte verlaufen können.
Wäre man auf den Vorschlag eingegangen, kloordiniert und in großen Blocks über die Wiesen rechts und links der Straße die Poliziekette zu umgehen bzw. zu durchbrechen, so hätte man wesentlich mehr erreichen können.
Nicht war für die Polizei leichter, als die breite Straße mit Tränengas zu beschießen, wo sie alles genau im Überblick hatte.
Nachedem im sog. "SprecherInnerat" auf den Vorschlag nicht eingegagngen wurde, versuchten wir mit einer gruppe von ca 100 Personen durch das Dorf rechts der Straße zu kommen, da dort die Polizeikette dünner bestückt war und sie weder schwere Fahrzeuge noch sehr viel Trännengas vor Ort hatte.
Unsere Aktion scheiterte leider daran, das wir zu wenige waren. Überraschenderweise feuerten die Polizisten auch zwischen den Häusern in den kleinen Gassen mit Tgas, aber lange nciht in dem Umfang wie unten.
Man hätte hier die Chance gehabt die "Front" ind unwegsames Gelände zu verbreitern udn evtl. auf die entscheidenden Kreuzung zu stoßen.
Das scheiterte unter anderem auch an der Struktur des Sprecherinnenrates, der m.M. nach nciht schnell genug reagieren konnte. Hätte man vorher ein Demokomitee o.ä. gewählt, hätte man sicher besser auf die Situation reagieren können.
Ich möchte den Symbolischen und Medienwirksamen Erfolg der Blockade trotzdem nícht abstreiten, der war sicherlich gegeben.
Im laufe des Tages wird noch ein Bericht und Bilder von der Blockade eingereicht.
Peter
(Bezugsgruppe "Dosenpfand")
Warum die Aktion so lief, wie sie lief
1. Wir wollten tatsaechlich urspruenglich weiter gehen zur Kreuzung der zwei Hauptstrassen von Genf nach Evian. Auf der einen befanden wir uns schon, die zweite kam in der Schweiz am See endlang.
2. Als wir durch die Bullen gestoppt wurden, kam es zu einer Beratung bei der die spaeter bestaetigte Info kam, dass in Genf die Bruecken und die Strecke am See blockiert seien. Damit waere ausser einer kleinen Strasse zwischen die beiden Hauptstrassen, der direkte Weg zwischen Genf und Evian versperrt. Deshalb entschlossen wir uns keinen weitergehenden Durchbruchsversuch richtung See zu unternehmen. Eine kleine Gruppe machte sich auf um die kleinen Strassen im Ort und zwischen den beiden Route National zu blockieren. Im Ort endete das wie oben zu sehen, wobei die Strasse auch weiterhin blockiert wurde. Die andere Gruppe baute Barrikaden auf der Strasse und kam tatsaechlich hinter der Bullenkette heraus, wurde dann aber auch mit Gas vertrieben. Da auf jender Strasse aber ueberhaupt keine Autos kamen, schienen ihnen eine weitere Blockade an dem Punkt sinnlos und sie kamen zurueck.
3. Bestaerkt wurden wir in dieser Entscheidung durch das Auftauchen von Autos mit Leuten, die tatsaechlich beim Gipfel arbeiten sollten, am Ende unserer Blockade. Diese drehten schliesslich entnervt um und fuhren auf anderen wesentlich weiteren Wegen Richtung Evian. Diese weiteren Wege waren aber mit unserer Logistik nicht blockierbar. Allerdings bedeuteten sie fuer Leute mit Autos einen Umweg von ca. 1-2 Stunden.
4. Einige von der Blockade wollten noch zu der grossen Demo gehen und taten dies. Andere fanden die Demo uninteressant und wollten die Demo bis ca. 17 Uhr aufrecht erhalten.
5. Nachdem die Nachricht kam, alle DolmetscherInnen seien inzwischen im Evian eingetroffen und einige Gruppen, die Seit mehrern Stunden im Traenengas damit beschaeftigt waren, die Granaten zu loeschen, koennten nun allmaehlich nicht mehr (u.a. wegen gesundheitlicher Bedenken), wurde beschlossen doch vor 17 Uhr den Ort zu verlassen und geschlossen zurueck zu gehen.
Die Nachbereitung ergab, dass wirklich viele der Beteiligten sehr zufrieden mit der Aktion waren. Die gute Vrobereitung und Strukturierung der Aktion, in der viele Gruppen bestimmte Aufgaben uebernahmen, hat sich wirklich ausgezahlt und eine wirkliche Panik verhindert. Dadurch konnte die Blockade dann so lange gehalten werden.
positive Eindrücke
1. Die gute Zusammenarbeit, die sich während der Blockade sehr schnell zwischen der „ersten Reihe“ und dem DemonstrantInnenblock entwickelte. Meine Hochachtung den Menschen die in der ersten Reihe immer wieder die Tränengasgranaten zurück warfen oder ablöschten. Das hat uns alle vor viel mehr Gas bewahrt als wir abbekommen haben! Die Barriere hat uns sicherlich vor Übergriffen der Polizei bewahrt, daher bin ich auch froh, dass so viele aus den hinteren Reihen an der „Infrastruktur“ für vorne mitgearbeitet haben. Schön das wir uns nicht auseinanderreden lassen!
2. Unsere Bezugsgruppe wurde sehr schnell zu groß und wir haben uns nach Demo-Neigung aufgeteilt. Viele der Erst-DemonstantInnen wollten lieber auf Nummer sicher gehen und sich zurück ziehen, falls Tränengas oder Gewalt gegen uns eingesetzt werden. Sehr verständlich, so haben wir fast alle angefangen. Die Anderen entschieden sich länger Widerstand zu leisten, falls es jedoch zu harte Auseinandersetzungen gibt, wollten auch wir uns zurückziehen. Geblieben sind wir tatsächlich alle bis zum Schluss. Daher hier noch mal meine Hochachtung vor den „Softies“ Alu und liebe Grüße an alle Sternchen!
3. Die Pink-Silver-Truppe!! Mit so guten Rhythmen lässt es sich so viel besser kämpfen!
4. Die spontane Badeaktion auf dem Rückweg darf natürlich nicht unerwähnt bleiben. Sich das Tränengas und den ganzen Dreck im kühlen Swimmingpool abwaschen zu können war großartig. Vielleicht sollten wir uns in Zukunft einen eigenen Feuerwehrwagen leisten oder immer in der Nähe von Swimmingpool-Läden blockieren.
Sicherlich wäre es schön gewesen, wenn wir unsere Stärke auch genutzt hätten und versucht die Sperre zu umgehen. Am Anfang waren wir zu viele und sie zu wenig. Trotzdem bin ich froh, dass wir die Strasse immerhin den halben Tag blockiert haben. Wir lernen ja nie aus, vielleicht trauen wir uns das nächste Mal und sind uns unserer Vielfältigkeit und unserer Stärke bewusst!
anja
Zustimmung
Ein sehr guter und zutreffender Beitrag !
@ Anja Sternchen