FASCHISTEN ERMORDEN GENOSSEN IN MAILAND

Resistenza AntiFascista - crukki 17.03.2003 08:21 Themen: Antifa
26-jaehriger Antifaschist von Faschisten ermordet; zwei Genossen schwer verletzt
FASCHISTEN ERMORDEN ANTIFASCHISTEN IN MAILAND
26jähriger Genosse ermordet; zwei Antifaschisten schwer verletzt

In der Nacht vom 16. auf den 17. März 2003 wurden drei aktive Antifaschisten in dem mailänder Viertel „Ticinese“ von einer Gruppe Naziskins angegriffen. Einem der drei Antifas stachen die Nazis in den Hals und die Brust. Er war sofort tot.
Die beiden anderen Genossen wurden schwer verletzt ins St. Paolo Krankenhaus eingeliefert.
Kurz darauf gab es vor dem Krankenhaus eine spontane Solidaritäts-Demonstration. Die Polizei gingen gewalttätig gegen die Demonstranten vor und verhafteten einige. Sie ging mit Tonfas und Baseballschlägern gegen die Menschen vor.
Die Presse verhielt sich wie sooft: Sie verbreitete den Mord als eine Auseinandersetzung zwischen jungen Extremisten.

Ein aktiver Antifaschist und Genosse wurde bei dem Angriff der Faschisten ermordet. Die Polizei verlor keine Zeit den Faschisten zu helfen und den Tathergang zu vertuschen.


KEIN VERGEBEN KEIN VERGESSEN!
WIR TRAUERN UM UNSEREN ITALIENISCHEN GENOSSEN!
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Würde mich nich wundern, wenns "angeordnet"..

17.03.2003 - 10:55
Nirgendwo sind Nazis und staatliche Stellen so dermassen verwoben wie in Italien. Ganze Teile der Polizeieinheiten sind
(ähnlich wie in Türkei übrigens) Mitglied in rechtsextremen Organisationen. Die jetzige Regierung besteht zudem aus
Teilen der rechtsextremen Szene, sowie der Mafia (Loge P"). Nazis und Mafia haben in der Vergangenheit immer wieder
die Jobs für Berluconi und seine Bande erledigt. Wahrscheinlich ist Berluconi auch deshalb von konservativen
europäischen Politikern so angesehen?

Vergl. "Genua" von D.Azzelini (Verlag Assoziation A)

SOLIDARITÄT IST EINE WAFFE!

17.03.2003 - 11:06
"Die Ausrottung des Faschismus mit samt seiner Wurzel ist unser Ziel!" >> Und daran wird sich nichts ändern!

Wandelt Wut und Trauer zu Widerstand!
Für eine emanzipatorische Gesellschaft!

SOLIDARITAET IST EINE WAFFEL!

vence 17.03.2003 - 11:17

Übertrieben

Daniele 17.03.2003 - 12:40
Hallo an alle,

ich bin italiener und ich finde es absolute scheisse wie Italien bei euch jedes mal dargestellt wird. ABSOLUTE KACKE!!!! Überlegt doch mal.... klar war der mord von seiten der faschisten und die presse hat gar nix zugunsten der Polizei oder faschisten geschrieben, ganz im gegenteil. Und die verantwortlichen sitzen auch schon im knast, also was wollt ihr? An Krankenhäuser sollte man auch keine demos veranstalten, da liegen kranke menschen oder habt ihr das vergessen? Danke....

Daniele ein Berlusconi-Wähler?

17.03.2003 - 13:47
Oder nur ein deutscher Troll?

Ola

Ray-On 17.03.2003 - 13:49
Da fühlt sich wohl jemand tierisch in seiner nationalen Identität verletzt.
Ich würde dir raten das oben genannte Buch zu lesen oder einfach nur die bürgerliche Presse zu verfolgen. Willst du ernsthaft behaupten das sich Bossi und Co nicht in der Tradition Mussolinis sehen? Auch Berlusconis Mafiakontakte sind sind schon lange kein Geheimnis mehr...

Du solltest so unbequeme Dinge wie deine nationale Identität ablegen, dann musst du dich nicht jedesmal angepisst fühlen, wenn jemand die, mehr oder weniger, menschenverachtenden Zustände in jedem Nationalstaat kritisiert.

krankenhaus

helmutberger 17.03.2003 - 13:52
also in dem punkt muss ich daniele zu 100% recht geben. wieso demonstriert man vor einer stätte, die ruhe benötigt und keinesfalls etwas mit dem angriff auf die antifas zu tun hatte. sollte schon bedenken wieviele leute sich da extrem irritiert gefühlt haben, da sie doch nur auf gesundheitlich besserung aus sind. gegen wen wollte man da eigentlich demonstrieren? gar gegen den oberarzt oder eine der schwestern, deren bruder vermutlich rechts gerichtet ist???...

ob daniele allerdings mit seiner mail den höchstgradig korrupten s. berlussconi verteidigen wollte, ist mir nur halbwegs aufgegangen. ist es etwa als positive leistung der ital. polizei zu bewerten das die naziskins festgenommen wurden? versteh icke nich, wa. klar sind die im knast und jetzt muss man mal sehen was da an strafe rauskommt und da ist in italien tatsächlich alles möglich.

das faschismus in italien zu sehr toleriert wird, steht natürlich ausser frage. aber evtl. sieht man das auch als "kulturgut", hat man ihn schliesslich auch erfunden...

Ruhig Blut auch in der Trauer

Roter Faden 17.03.2003 - 13:59

Auch ich bitte darum, nichts heranzudichten. Das Ganze ist gerdade geschehen, so um Mitternacht herum. Das soll nicht heissen, dass manches nicht programmiert wäre. Da muss aber mehr her als die Lektüre von Darios Werk, um durchzublicken.

Die Sache ist letzte Nacht passiert, es gibt noch sehr viel zu klären. Aber die Presse berichtet nach Aussage von augenzeugen durchaus verzogen und verzerrt, was das Zeug hält. Andererseits scheint die Gegenöffentlichkeit zum tragen zu kommen, der Sender Canale 5 soll eben gerade das indymedia-Feature eingeblendet haben und den Aussagen unabhängiger Berichterstatter und Zeugen ungeahnt viel Raum gegeben haben. Der interviewte Questor (poizeipräsident) soll im Vergleich eine sehr schlechte Figur gemacht haben.

Fest steht im Augenblick, dass es einen Toten gibt und dass einer der beiden Schwerverletzten im Krankenhaus noch nicht außer Lebensgefahr ist. Die Polizeieinsätze, einmal am Ort des Geschehens und einmal vor dem Krankenhaus, in das der Tote und die Verletzten gebracht wurden, waren wohl sehr sehr übel. Eine Zeitung schreibt, dass er nur dank der Intervention der Digos nicht zum Massaker seitens der eionsatzkräfte(gegen die Linken) geworden ist. Auch berichtet eine Zeitung von Ordnungshütern, die mit Baseballschlägern zugange gewesen sein sollen, was die zuständigen Stellen jedoch massiv dementieren.

Geknallt hat es vor einer Szene-Kneipe. Es muss sehr heftig gewesen sein. Die Rettungswagen sollen wegen der anhaltenden Auseinandersetzungen nicht in der Lage gewesen sein, an Ort und Stelle Erste-Hilfe zu erbringen. Zeitungen behaupten sogar, selbst die Rettungswagen seien attackiert worden. Jedenfalls haben sie die verletzten schnell an Bord genommen und sin dann weg vom Ort des Geschehens.

Die Auseinandersetzungen mit den Ordnungshütern waren vor dem Krankenhaus am schlimmsten und heftigsten. Die Freunde des Toten, der dem sozialen Zentrum "Orso" angehörte und einen vierjährigen Sohn hat, wollten seine Leiche mitnehmen, was nicht gestattet wurde. Alsbald kam es zum Polizeieinsatz. Es gab auf beiden Seiten Verletzte, ein Poliziotto hat einen gebrochenen Kiefer, die anderen sind nur leicht verletzt. Schwerer waren anscheinend die Verletzungen auf der anderen Seite.

Die Tötung von Linken durch Faschisten ist etwas, das Italien schon mehrfach erlebt hat. Zwei Todesfälle aus den 70er Jahren, die noch in vielen Herzen sind, Jähren sich gerade in diesen Tagen. Wut und Trauer sind jedesmal immens.
Der Wunsch seiner Freunde, den Toten mitzunehmen, ist in diesem Licht zu verstehen.

Zwei Leute wurden in Zusammenhang mit der Tötung von Davide Cesare vorläugfig als Verdächtige zur Wache gebracht. Sie wurden aber bis dato nicht festgenommen. Eine geplante Tat schließen die Ermittler offenbar jetzt schon grundsätzlich aus.

Heute um siebzehn Uhr gibt es eine Pressekonferenz, da wird hierzu mehr zu erfahren sein. Wenn niemand sonst berichtet, versuche ich ein update am Abend.

Beobachtungen in Genua und anderen Städten

Max 17.03.2003 - 14:22
Als ich letztes Jahr eine kleine Italien-Rundreise gemacht hab, ist mir aufgefallen, daß sich in der nähe bestimmter Polizeiwachen Nazischmiereien häufen. Über den Zusammenhang zwischen Mord und Polizeieinsatz danach kann aber nur spekuliert werden. In Italien ist es anders als in Dtl. Hierzulande gibt es teilweise Sympathie von Bullen für Nazis und einige Bullen, die auch Nazis sind. In Italien betrifft das aber weite Teile des Polizeiapparates. Es gab nie eine Entnazifizierung nach Berlusconi und Nazis-Strukturen innerhalb der Polizei sind beherrschend.

"Militanter" nicht "Antifa"

nicht_nur_gegen_nazis_sondern gegen_alles 17.03.2003 - 14:54
Die italienischen GenossInnen sprechen von "Militants" meint Militanten und nicht von Antifaschisten. Nur weil deutsche Antifas wieder eine Ikone für ihre antifaschistische Identität brauchen, sollten diese nicht wahllos Leute instrumentalisieren. Das ging mir schon bei der Insezenierung der Todestage von Conny und Silvio auf den Geist.Nichts gegen Antifa, aber es gibt noch mehr linke Menschen im aktiven Widerstand gegen Nazis als in der Antifaschistischen Aktion organisiert sind. Ich weiß nicht weshalb die italienischen GenossInnen von Militanten sprechen, aber wir sollten es dann auch tun.

gegen Identitätsfallen!
gegen Nazis!
kein vergeben, kein vergessen!!

"Militants" meint "Aktivist"

17.03.2003 - 15:27
führt oft zu Verwirrungen.

17.03.2003 - 15:32
In Italien sind soweit ich weiss , die "Militanten" die Bezeichnung für die Leute die in Deutschland meist die "Autonomen" genannt werden . Und ein Antifa/oder Antifaschist zu sein bedeutet noch lange nicht einer Organisation zugehörig zu sein , ich denke es ist selbstverständlich dass nahezu jeder in der radikalen Linken ein Antifa/Antifaschist ist .

Aber egal schon zuviel geschrieben drüber Bezeichnungen sind eh nur schall und rauch

Falschübersetzung

Lingu 17.03.2003 - 15:41
"Militants" meint jede Form von Aktivisten.
Es gibt viele solcher Überset
zungsfehler. So bedeutet "sex" im englischen "Geschlecht" - also auch was anderes als das deusche Wort "sex".
Viele solcher Missverständnisse bei Übersetzungen sorgen für beträchtliche Verwirrung.
(das kennt jeder: "who" heisst "wer" und "where" heisst "wo)

ES HANDELT SICH UM ANTIFAS...

anonymus 17.03.2003 - 15:49
... das kannst Du mir glauben. Das hat nichts mit "Instrumentalisieren" zu tun, sondern entspricht der Wahrheit. Es würde - so weit hast Du natürlich recht - aber auch nicht ändern, wenn sie anderweitig in der Linken aktiv waren bzw. sind.
Das schreibt Dir einer, der es weiß.

wut und trauer in widerstand - und zwar heftig.

Begriffserklärung

--- 17.03.2003 - 16:04

"Militante" ist jemand, der nicht nur mit irgendwas sympathisiert, sondern aktiv für eine Sache eintritt. Es gibt alle möglichen Arten von "Militanti", also "kämpfenden", "sich engagierenden" Menschen: Autonome, Kommunisten, Anarchisten, Antifaschisten usw. Natürlich auch Faschisten. Der Begriff ist nicht in sich mit einem politischen Ansatz verbunden, er kommt vom Lateinischen, genauer aus dem militärischen Latein: "Miles" ist in dieser Sprache der Soldat, als der, der für eine Sache Kämpft. Ein "Militanter" im Italienischen ist einer, der in irgendwelchen Reihen "kämpft", sich einsetzt, meht tut als nur "sympathisieren".

Liebe und Kraft der familie, den GenossInnen

egal 17.03.2003 - 18:17
... und freunden des Ermordeten

Von uns bleibt mehr
als Worte oder Gesten:
der glühende Wunsch nach Freiheit,
ansteckende Sucht

Gioconda Belli

Infos aus Italien

Etrit 17.03.2003 - 18:48
Davide war 26 un er hatte eine Tochter (4 Jahren). Jetzt wird die politische Situation in Italien schwerer sein, wir brauchen mehr Infos, wir sind unter eine politische "Strumentalisation".
Die rechte Ubersetzung uber das Wort "Militant" ist der "Lingus" und der "---".
Entschuldigug fuer mein Deutsch.
Eine Italienerin

@ Ray-On

gabba 17.03.2003 - 19:02
tatsächlich, er fühlt sich auch als linker in seiner italienischen nationalidentität verletzt.

nationale gefühle (gleich, aus welchen gründen) werden lediglich von deutschen klischee-linken verweigert. in anderen ländern versteht man dieses verhalten nicht.

@gabba

R.A.S.H 17.03.2003 - 19:26
1. "Das Proletariat hat kein Vaterland"
2. Nationale Identität steht in absolutem Widerspruch zu linker Bewegung. Überall!
3. Kampf dem Faschismus heißt Kampf der kapitalistischen Verwertung.

demo von tausende genossen nach mord an Dax

noWar 17.03.2003 - 20:42
derzeit ziehen mehrere tausende genossen durch das mailänder stadtviertel "ticinese" wo letzte nacht der genosse Dax (davide cesare)mit messerstichen von neonazis ermordet wurde. die demo,ist vollständig von menschenketten gebildet und man hört nur antifascistische slogans. die demo geht vom centro sociale "O.R.So" (officina della resistenza sociale = werkstätte des sozialen wiederstands)- Dax war ein miltänt dieses sozialzentrums - zum ort des mordes (eine bar, treffpunkt der genossen) , weiter bis zum centro sociale "Cox" und wieder zurück zum O.R.So

in fast allen gössereren städten italiens fanden weitere antifascistische demos statt:
Roma | Catania | La Spezia | Firenze | Perugia | Parma | Bergamo | Brescia | Torino | Pisa | La Spezia | Bologna | Viareggio und andere

................
augenzeugen sprechen von drei skinheads die sofort mit messern auf die drei genossen eingestochen haben. Dax stirbt sofort, ein anderer genosse wird mit acht messerstichen inm rücken schwer verletzt.
die polizei und carabinieri greifen später die genossen vor der ersten hilfe des krankenhauses san paolo in riotmontur mit schlagstöcken und baseball-schlägern (dies ist keine übertreibung !!) brutal an und verletzen dabei acht genossen, zwei davon mussten ins krankenhaus gebracht werden

...........

p.s.: ein miltanter eines centro sociale ist immer antifascist !

in grossstädten wie mailand und rom gibt es viele neonazis und militante fascios - viele eng verstrikt mit teilen der polizei
.............





viel gerede um das wort

bonzo 18.03.2003 - 00:23
antifaschist. bin ich zufällig auch. aber antifa, das sind sone leute, die schon wieder sehr ideologisch drauf sind. die nazis haben ihn wahrscheinlich ermordet gerade weil er antifaschist war. ist aber unwichtig welcher gruppe man ihn jetzt zuordnet. wäre auch traurig wenn er rollschuhfahrer gewesen wär.

trauer

rudy 65 18.03.2003 - 21:19
unseren informationen von freundInnen zur Folge waren nicht die täter, sondern die Opfer Skinheads, eben antifaschistische skinheads. deshalb möchten wir gerade an dieser stelle mal darum bitten, ein bisschen zu differenzieren. wir haben gestern einen anruf von dort erhalten, in dem gerade wir als antifaschistische skinhead und punk organisation um eine soli-adresse gebeten wurden.
grundsätzlich ist es scheissegal, welche frisur und lebenseinstellung die opfer von naziüberfällen haben, aber wenn gerade das antifaschistische skinhead sein grund des mordes ist, finden wir das zumindest erwähnenswert.
mut und kraft den freundInnen und angehörigen. la lotta continua....
cable street beat-strictly antifascist

..mal nicht mitkommt

Redrat 19.03.2003 - 09:23
jetzt mal ehrlich, da wird ein linker antifaschist ermordet, und alles was euch dazu einfällt, ist euch beiträgeweise über den ursprung des wortes "militant" ob das jetzt dieses oder jenes heisst, blabla. Findet ihr das nicht ein bisschen öhm falsch??


woher stammt die info dass das n linker skinhead war?? und wieso wird das nicht im beitrag erwähnt. anonsten kommen da iweder alte klischeebilder hoch...



Rotfront an die genossen!
Kampf dem Faschismus!

bonzo

19.03.2003 - 12:42
kann es sein, daß du etwas ..... wirr bist?

demo in neapel

pyrx 19.03.2003 - 20:57
war gerade in neapel auf einer einigermassen kaempferischen 500-leute demo. war halt so eine kombination von anti-war und gedenk/wut/.../demo wegen dem mord. keine zwischenfaelle, klima hier aber sehr angespannt (von wegen "spannung"...und natuerlich krieg und so)

Ach...

Tyrone 20.03.2003 - 12:35
...diese eiskalten Schweine sind einfach zum kotzen. Als wuerden technokratokapitalistische Medienzensurkriegstreibermenschenverachter nicht schon reichen.

Mein tiefstes Beileid der Familie und den Freunden.
Gehen wir gegen den Krieg und die Faschisten auf die Straßen.

Tyr